25 Jahre Climax

Open-Air-Revue, Event-Reihe im Club, Fotoband zur 25: Das Climax lässt’s krachen
Text: Petra Xayaphoum, Fotos: Climax (li., u.re.), Ronny Schönebaum (o.re.)

Das Climax schlägt mit einem fulminanten Open-Air-Event den Gong zum Jubiläum

Auf die Frage, wohin man um fünf Uhr morgens, nachdem man aus dem Club gekehrt wurde, noch geht, lautet die Antwort in neun von zehn Fällen: ins Climax.

Die Club-Institution, die 1996 in der Friedrichstraße ihre Anfänge feierte, bevor sie 2004 in die Räumlichkeiten des ehemaligen Clubs Red Dog in der Calwer Straße zog, bietet seit einem Vierteljahrhundert Nachteulen aller Couleur ein Zuhause.

Zum 25. Geburtstag zaubern der Besitzer Michael Gottschalk und Betriebsleiter Florian Buntfuss (li.) einiges aus dem Hut: Das Jubiläumswochendende startet am Freitag, den 24. September, fulminant mit einer „25 Jahre Climax“-Revue im Atrium vorm Mercedes-Benz Museum.

„Sowas haben wir noch nie rausgedonnert“, kündigt Buntfuss an. „Bei der Revue stellen wir das komplette Climax-Konzept an einem Abend vor.“ Und nein, das heißt nicht, dass vier Stunden lang Techno durchgeballert wird. Der ganze Abend wird durchmoderiert, vier DJ-Slots sind geplant, an denen unter anderem Gottschalk selbst sowie die langjährigen Residents Paul’s Artists und Patrick Zigon die Jahre von 1996 bis heute chronologisch musikalisch aufbereiten und Revue passieren lassen. Unterbrochen werden sie von Show-Acts wie Burlesque, Poetry Slam, einer Feuer-tanzshow sowie der Performance einer zehn-köpfigen LED-ArtistInnen-Gruppe. Zwischendrin werden Interview-Sequenzen gespielt, welche die Club-Geschichte beleuchten und Background-Infos geben.

Am Tag danach hat man sich ins Kowalski am Hauptbahnhof eingeladen, um dem Jubiläum auch eine angemessene Party zu liefern. Im eigenen Hause ist bis voraussichtlich Oktober kein Clubbetrieb: Eine coronakonforme Lüftungsanlage wird aktuell eingebaut, außerdem bekommt die Lichtanlage ein Update.

Danach steht im Oktober der traditionell einen Monat lang andauernde Geburtstagsfetz mit verschiedenen Events und Partys in den eigenen vier Wänden in Aussicht.

Als Erinnerungsstück kann man ab dem 24. September bei der Revue (und online) übrigens auch das Buch zum Jubi erstehen: „25 Jahre Institut der Höhepunkte“. Darin werden nicht nur Highlights der vergangenen 25 Jahre inklusive CSD und Fetisch-Partys abgebildet: „Wir möchten auch zeigen, wie das Climax heute ist“, erklärt Buntfuss. „Eine Bühne für verschiedene Kultur-Veranstaltungen.“

Denn obwohl schon Größen wie DJ Koze, Moodyman oder Westbam im Climax an den Reglern standen (von den Techno-Sternchen, die frühmorgens nach ihren Gigs die Treppe hinuntergestolpert kamen, um im Climax noch einen draufzumachen ganz zu schweigen), hat der Club stets auch die lokale Szene gepusht und fährt seit einigen Jahren zusätzlich die kulturelle Schiene: Rock-Konzerte, Poetry Slams, Burlesque, Performances.

„Das Climax hat sich im Laufe der Zeit verändert“, weiß Gottschalk. „Es füllt den kulturellen Anspruch, der von der Clubszene erhoben wird, auch mit Inhalt.“ Ziel sei es, die Hemmschwelle für den Clubbesuch zu senken, erklärt er. Für viele sei das Climax immer noch ein Mysterium. „Wenn die sehen, dass hier keine Zombies herumlaufen und man lebend wieder rauskommt, ist das schon mal was“, scherzt der Inhaber.

Ob seit 1996 auch etwas gleichgeblieben ist? „Klar: The Message is Party.“ – „And Love!“, ergänzt Buntfuss.      

 

25 Jahre Climax [24.9. 18 Uhr, Mercedes-Benz Museum, Mercedesstr. 100, S-Bad Cannstatt; 25.9. 22 Uhr, Kowalski, Kriegsbergstr. 28, S-Mitte, www.climax-institutes.de]

Dieser Artikel ist aus LIFT 09/21

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