Jahresrückblick 2019

Restaurant-Highlights von Gastro- und Chef-Redakteurin Petra Xayaphoum

Hier ein neuer Burger-Laden, da ein neuer Italiener und hat in Stuttgart-West nicht kürzlich wieder ein neues Café eröffnet? Die Stuttgarter Gastro-Szene ist ständig in Bewegung. Gastro- und Chef-Redakteurin Petra Xayaphoum hat ihre ganz persönlichen Gastro-Neueröffnungen des Jahres 2019 zusammengefasst.

 

Alte Vogtei, Köngen

„Nach dem Michelin-Skandal (die Alte Vogtei in Köngen hatte einen Stern verliehen bekommen, nachdem – oha! – die damaligen Betreiber bereits den Laden dichtgemacht hatten und auf der Flucht vor der Anklage wegen Betrugs waren) hat das Lokal mit einem neuen Pächter im August diesen Jahres wiedereröffnet. Ich sag’ mal so: Die Fahrt nach Köngen lohnt sich allemal für diese Maultaschen. Und für diesen Kartoffelsalat. Und diese Jus. Und für diese Vinaigrette... Soviel zur Küche, nun zum Look: Der Neue, Kersten Richter, hat aus dem denkmalgeschützten Bau alles rausgeholt, was ging. Geschmackvolle Einrichtung, restauriertes Gebälk, ein gemütlicher Ofen – hier lässt’s sich bleiben. Nicht zuletzt, weil Herr Richter ein Gastgeber par excellence ist.“

Die Raupe Immersatt, S-West

„Das erste Foodsharing-Café Deutschlands ist ein Paradebeispiel dafür, wie sexy gerettete Lebensmittel sein können. Die Raupe Immersatt am Stuttgarter Hölderlinplatz hat nichts von Öko-Muff, Hanf-Pantoffeln und Filz-Ästhetik – schicke Vintage-Möbel, nette Leute, coole Konzerte und Events machen das Café zu einem Anlaufpunkt für alle: lässig-alternatives Publikum, das den einen oder anderen Gedanken darauf verschwendet, wie man unsere Welt besser machen könnte ebenso wie Freunde jeglichen Alters, die einfach nur ein Bierchen trinken wollen nach der Arbeit und bisher noch keinen Berührungspunkt mit Foodsharing hatten.“

Rocco Bar, S-Mitte

„Pfirsichpink ist Geschmackssache. Mir gefällt’s. Das Konzept der neuen Rocco Bar ist mutig, aber durchdacht: Von der knalligen Fassade, die sich im Inneren farblich fortsetzt über die sich bewegende Tapete bis hin zu den Drinks, die allesamt irgendeinen anzüglichen Namen tragen. Diese Bar ist Sex. Punkt. Wem das zu viel ist, soll nicht ins Leonhardsviertel gehen. Achtung: „Rocco Sifferdi“ ist nichts für Weicheier. Kommt mit richtig Schuss.“

Ice Café Adria

„Kaum ein Jahr auf und schon wieder am Schließen: Für das Ice Café Adria werde ich mehr als nur eine Träne weinen. Dieser wunderbar kreative, alternative und progressive Spot für Musik, Kunst und solide Kaltgetränke in der Stuttgarter Innenstadt wird mir fehlen. Wieviele Nächte habe ich unter dem großen, über der Bar hängenden Deko-Hai getanzt? Einige. Ende März macht man die Türen dicht, bis dahin werde ich noch jede Party mitnehmen, die ich kann.“

Im Künstlerhaus, S-West

„Sebastian Werning macht gutes Zeug. Und er ist so unprätentiös dabei, als wär’s Dreirad fahren. Das gilt auch für seinen neuen Laden, Im Künstlerhaus im Stuttgarter Westen, den er neben der Bo’teca di Vino schmeißt. Bestechend ist allerdings nicht nur die kreative Küche, die auf den Tisch kommt, sondern auch die Location: Diesen Biergarten im Hinterhof, mit seinen Lichterketten und alles überspannendem Baum, muss man einfach lieben.“

...