Wer rettet Stuttgarts Kultur?

Was der neue Doppelhaushalt für die Stadt bedeutet

Die Stadt muss sparen – und hat bei der Kulturförderung den Rotstift angesetzt. Für die Branche beginnt nun das große Zukunftsbangen.

Foto: Björn Klein

Die Kassen sind leer. Das liest man überall. Und es betrifft nicht nur den Bund, sondern mittlerweile vor allem die Städte. Stuttgart ist hier keine Ausnahme. Seitens des Rathauses spricht man von einer ähnlich angespannten Lage wie zu Zeiten der Finanzkrise 2008. 785 Millionen Euro lag der Haushalt im Jahr 2025 im Minus, für die kommenden fünf Jahre wird ebenfalls mit mehreren hundert Millionen Euro Defizit pro Jahr gerechnet. Grund dafür sind, so die Stadt Stuttgart, in erster Linie der Rückgang der Gewerbesteuer und die steigenden Ausgaben.

Der Plan scheint simpel: Es muss gespart werden – und zwar deutlich. „Betroffen sind alle Bereiche der Stadtgesellschaft: von Kultur und Sport über Bildung und Soziales bis hin zu Wirtschaft und zur Stadtgestaltung“, heißt es auf der offiziellen Seite der Stadt Stuttgart zum Beschluss des Doppelhaushaltes 2026/2027. Doch warum sind gerade hier Kürzungen notwendig? Fabian Mayer, Erster Bürgermeister und zuständig für Allgemeine Verwaltung, Kultur und Recht, erklärt: „Stuttgart befindet sich in einer akuten finanziellen Zwangslage. Die bei der Stadt erforderliche Haushaltskonsolidierung hat eine solche Dimension, dass leider kein Bereich außen vorgelassen werden kann.“

Für die Kultur bedeutet das allerdings nicht nur eine Reduktion von sechs Prozent an Zuschüssen und Förderungen, sondern auch ein echtes Desaster für viele Kulturschaffende im Kessel. Nicht umsonst wurden im Rahmen der Debatten um den Haushalt Proteste laut. Eine Petition an den Gemeinderat Stuttgart mit dem Titel „An Kultur, Bildung und Sozialem zu sparen, kostet viel zu viel!“ erhielt knapp 40.000 Unterschriften.

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