Strukturwandel oder Zerfall?

Welche Folgen die Bosch-Krise mit sich bringt

3.500 Stellen sollen bei Bosch in Feuerbach abgebaut werden – welche Folgen hat das für den Stadtteil?

Foto: Ronny Schönebaum

Wer nach Feuerbach fährt, befindet sich, ganz egal wo, gefühlt mit einem halben Fuß auf dem Bosch-Gelände. Vom Bahnhof durch die Unterführung Richtung Industriegebiet ragt bereits der IT-Campus auf. Etliche Meter weiter die Straße entlang sieht man die Bosch-Tochterfirma ETAS. Vom Feuerbacher Bahnhof aus in die andere Richtung wirkt das Gelände noch riesiger, die Wege um das Bosch-Areal von Tor 1 bis mindestens Tor 7 deutlich weiter.

Das Bosch-Werk in Feuerbach ist das größte und auch älteste Werk des Technologiekonzerns, rund 15.000 Menschen arbeiten hier. Bei einem Stadtbezirk mit knapp 31.000 EinwohnerInnen ist das eine ganze Menge. 15.000 Menschen, von denen ein beträchtlicher Teil jeden Tag mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln ein- und auspendelt, die im Umfeld einkaufen oder essen gehen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen – vom Reifenwechsel bis hin zum Friseurbesuch. Doch die zumindest für einige Jahre fast schon als selbstverständlich geltende Bosch-Blütezeit, inklusive anerkanntem sozialem Unternehmertum, hat nun Risse bekommen. Bosch will bundesweit mehr als 20.000 Stellen abbauen, allein in Feuerbach sollen es 3.500 sein. Das sorgt für Unruhe am Traditionsstandort.

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