0711 = Innovations-Hotspot
Stuttgart ist definitiv nicht perfekt. Und hat in vielen Bereichen noch Aufholbedarf gegenüber anderen deutschen Städten. Aber: Während die einen nur über die Stadt meckern, gibt es viele engagierte Stuttgarter-Innen, die wirkliche Veränderung schaffen und mit Innovationen auf das schwäbische Bruddeln reagieren. Wir haben Beispiele – oft im Kleinen – gesammelt.
Zum Beispiel die Mitglieder des Vereins Adapter. Sie nutzen temporären gewerblichen Leerstand, um neue gemeinschaftliche Wohnformen zu erproben. Das gebaute System erwies sich in der ehemaligen Neckarspinnerei in Wendlingen als Erfolg – und ist nun auf der Suche nach neuen Flächen.
Dass auch die Stadt selbst bemüht ist, Probleme anzugehen, geht öfter mal unter. Unter dem Ansatz „Stadt als Campus“ will Stuttgart Innovationen aktiv in den Stadtraum holen. Und einen Ort schaffen, der Wissenschaft, Arbeit und Stadtentwicklung zusammen denkt. Denn bisher fehlen vielerorts bezahlbare Flächen für junge Unternehmen und internationale Talente wandern wieder ab. Das soll sich ändern. Und es wurden auch schon erste Impulse gesetzt – mit der Konzeptstudie „Innovationscampus plus" und dem Versuch, Innovationsquartiere als reale Stadträume zu entwickeln. Diese hybriden Stadträume sollen die bisher stark separierten Orte von Forschung (etwa Campus Vaihingen) und Stadt (Innenstadt, Wohnquartiere) zusammenführen.
Auch bei der Digitalisierung geht’s in der Landeshauptstadt (langsam aber sicher) voran: Stuttgart gehört im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung zu den führenden Städten in Deutschland. Laut einer aktuellen Studie der Gisma University belegt die Landeshauptstadt Platz drei unter den zwanzig größten Städten – nur Frankfurt und Nürnberg schneiden besser ab. Positiv fällt ins Gewicht, dass inzwischen zahlreiche Behördengänge, wie etwa die Wohnsitzummeldung, online erledigt werden können. Auch die Ausländerbehörde geht mit einem neuen digitalen Antragsmanagement sowie mehrsprachigen Onlineformularen einen Schritt in Richtung BürgerInnenfreundlichkeit. Dass in Stuttgart hinter den Kulissen von Behörden, Firmen und Privatpersonen an diversen Problemen gearbeitet wird, lässt sich auch beim Stuttgarter Innovationspreis beobachten, der im Oktober wieder vergeben wird: Unter anderem eine Medizinisch zertifizierte Plattform für KI-automatisierte Therapiepläne oder ein alternatives Styropor stehen zur Wahl.


