In Zeiten, in denen die Demokratie ins Wanken gerät und gesellschaftlicher Zusammenhalt immer wichtiger wird, trifft Stuttgart eine unerwartete und bittere Nachricht: Die Partnerschaft für Demokratie (PfD) Stuttgart verliert ihre Bundesförderung. Der Stadtjugendring Stuttgart, der die PfD seit 2017 betreut, wurde Anfang Oktober unpersönlich über das Ende der Förderung informiert.
Mit dieser Entscheidung drohen nicht nur 26 jährlich geförderte Projekte und die renommierten Aktionswochen gegen Rassismus zu verschwinden, sondern auch ein essentielles Netzwerk für die Demokratiearbeit in der Stadt. „Es wurden 8 Jahre lang Strukturen und Netzwerke aufgebaut, unzählige Veranstaltungen durchgeführt und Projekte gefördert – all das wird jetzt einfach mit einer automatisierten Nachricht in die Tonne getreten“, erklärt Alexander Schell, Geschäftsführer des Stadtjugendrings, sichtlich enttäuscht.
Ein Antrag verschiedener Fraktionen des Gemeinderats, darunter SPD, Volt, Bündnis 90/Die Grünen und weitere, soll nun eine kommunale Übergangsfinanzierung ab 2025 bis Mitte 2026 ermöglichen. Die Stadtverwaltung soll eine Finanzierung in Höhe von rund 125.000 Euro jährlich vorschlagen, um die bisherige Arbeit zu sichern. „In den aktuellen Zeiten ist es fatal, wenn an Demokratiebildung und Geld für Projekte, Ideen und Veranstaltungen gespart wird“, kritisiert auch Alice Heisler, vom Stadtjugendring die politische Entscheidung auf Bundesebene. Die Hoffnung ruht nun darauf, dass die Stadt einspringt: Sollte der Antrag im Verwaltungsausschuss durchgehen, könnten die Projekte der PfD in Zukunft kommunal verankert werden.
Die bisherige Förderung hat eine Vielzahl von Projekten ermöglicht, die das demokratische Miteinander in der Stadt bereichert und nachhaltig gestärkt haben. Ein Blick auf sechs Initiativen zeigt, was durch diese Unterstützung erreicht werden konnte – und verdeutlicht zugleich, warum ihr Wegfall ein schwerer Verlust für die Stadt wäre.







