Ratzer Records Reloaded

Das Ehepaar Ratzer gibt seinen Plattenladen am Marienplatz auf – wie es jetzt weitergeht

Der beliebte Plattenladen am Marienplatz wechselt seine Besitzer. Arnulf Woock und Stéphane Clerc übernehmen und wollen an frühere Zeiten angeknüpft: mit Bierverkauf, Konzerten und Release-Partys.

Foto: Ronny Schönebaum

Der Name Ratzer ist bestens bekannt unter Stuttgarter MusikliebhaberInnen. Und der Plattenladen Ratzer Records am Marienplatz schon fast eine Institution im Kessel. Nun heißt es nach über 40 Jahren Musikgeschichte Ade. Denn Karl-Heinz Ratzer und seine Frau Brigitte gehen in die wohlverdiente Rente. Wer jetzt bangt, dass mit dem Abgang der Ratzers auch ein Stück der Stuttgarter Musikkultur verloren geht, muss nicht verzagen – Nachfolger wurden bereits gefunden: Arnulf Woock (Bild li.), Pressesprecher bei den Veranstaltern Music Circus und Michael Russ, sowie sein guter Freund und baldiger Arbeitskollege Stéphane Clerc (Bild re.). Der kommt aus der Wirtschaft und hat im Gegensatz zu Woock eigentlich keine beruflichen Wurzeln in der Musiklandschaft, ist aber seit ein paar Jahren in seiner Freizeit im KuratorInnen-Team des About Pop Festival, ausgerichtet vom Pop-Büro Stuttgart, tätig. Und hat nun sein Hobby zum Beruf gemacht: „Für mich geht ein Traum in Erfüllung: einen Plattenladen zu haben“, erzählt Clerc.

Er und Woock helfen schon seit einiger Zeit im Laden bei Karl-Heinz Ratzer aus und wurden deshalb von ihm auf eine mögliche Übernahme angesprochen. Da beide aber durch ihre Jobs voll eingespannt waren, sahen sie vorerst keine Möglichkeit. „Ich war das letzte Jahr viel im Laden und habe gemerkt, wie viel er nicht nur mir bedeutet, sondern was für ein wichtiger Anlaufpunkt und sozialer Treffpunkt er für ganz viele Leute ist“, erzählt Woock. Also haben die beiden sich entschlossen, Ratzer Records gemeinsam zu übernehmen. „Ich mache es nebenberuflich und werde meinen aktuellen Job dafür reduzieren“, erklärt Clerc. „Dadurch, dass ich überwiegend arbeitsplatzunabhängig arbeiten kann, kann ich im Laden sein und wenn wenig los ist, auch andere Sachen machen“, fügt Woock an. Ein Konzept, das funktioniert, da der Plattenladen dann immer nur Donnerstagabend, Freitagabend und samstags geöffnet sein und es zusätzliche Angestellte geben wird. „Wir haben eine gute Konstellation gefunden und freuen uns sehr, dieses Erbe weiterzutragen“, erzählt Woock.

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