„I don’t talk Shit, I do“

Project X – ein Netzwerk Schwarzer KünstlerInnen aus Stuttgart

Text: Frank Rudkoffsky

Am Anfang stand für die 23-jährige Stuttgarterin Jamie-Ann Nzuba Lang (Bild) der Frust. Unter anderem darüber, welche Themen nach den ersten Silent Demos in den Medien verhandelt wurden – und welche nicht.

Anstelle von Polizeigewalt müsste vielmehr über den subtileren Alltagsrassismus in Deutschland gesprochen werden, fand die ausgebildete Tänzerin – und gründete gemeinsam mit anderen Kunstschaffenden das „Project X“. Dahinter steckt die Idee, ein lokales Netzwerk aus schwarzen KünstlerInnen zu bilden und so die Diversität der Stuttgarter Kunst- und Kulturszene zu stärken.

Startschuss von Project X waren die Dreharbeiten zu einem fast neunminütigen Tanzvideo an Schauplätzen wie der Staatsgalerie, der Löwentorbrücke oder dem Killesbergpark, das im September Premiere feiert. Ob die Beats oder der Rap mit antirassistischem Text, die Kameraarbeit oder die Klamotten vom Modelabel Anomos – alles stammt von kreativen Köpfen aus Stuttgart.

Im August entstand auch eine Talkrunde, die nun auf den Kanälen von Project X abrufbar ist. Unter dem Motto „I don't talk shit, I do“ sprachen dabei unter anderem Germanys-Next-Topmodel-Gewinnerin Toni Dreher und die Macher des Afro-Podcasts „Redlektion“ über ihre Rassismuserfahrungen.

Krönender Abschluss von Project X soll die Fotoausstellung „Black is beautiful“ von Amina Ousman werden, bei der Schwarze aus Stuttgart im Vordergrund stehen. Obwohl das Projekt dann endet, glaubt der künstlerische Leiter, Theo Preiswerk, auch an eine Wirkung darüber hinaus: „Wenn die Connection erst mal da ist, hilft man einander auch in Zukunft.“                  

 

Project X [www.instagram.com/project_x_by_ja_y_ | www.facebook.com/ProjectXbyJay]

Dieser Artikel ist aus LIFT 09/20

<< Zurück zur Übersicht

...