„Man fühlt sich richtig geliebt.“ Nina Schweikert erzählt das mitten in „ihrer“ Ostend-Buchhandlung und die Rührung ist ihr anzumerken. Innerhalb kürzester Zeit haben mehr als 260 Menschen knapp 26.000 Euro in eine Crowdfunding-Kampagne eingezahlt. Damit haben sie Nina Schweikert und ihrer Freundin und Geschäftspartnerin Andrea Heidel das Startkapital finanziert, um den Laden übernehmen können. In Zeiten, in denen es immer weniger Buchhandlungen gibt, ist das etwas ziemlich Besonderes.
Die Ostend-Buchhandlung – wie der Name schon erahnen lässt ganz in der Nähe des Ostendplatzes – gibt es seit 33 Jahren. Damals haben Ulrich Schlote und seine Schwester Katrin Schlote-Korthals ihren Buchladen in dem einst nicht unbedingt als lesefreudig bekannten Stadtbezirk eröffnet. Zum Jahreswechsel gehen die Schlotes nun in den Ruhestand. Er hört ganz auf, sie wird nur noch ab und zu im Laden die LeserInnen beraten. Nina Schweikert hat vor mehr als 25 Jahren ihre Ausbildung bei den Geschwistern gemacht und war die erste Auszubildende, die übernommen werden konnte. Sie ist der Buchhandlung treu geblieben, was sich jetzt auszahlt, denn: demnächst gehört sie ihr. Die Rahmenvereinbarung dafür hat sie Anfang Dezember beim Notar unterschrieben.

