Trude - Eine neue Kult(ur)-Kneipe am Hans-im-Glück-Brunnen

Foto: Ronny Schönebaum

Ins ehemalige Cortijo zieht die Szenekneipe Trude

Darf man vorstellen: Trude, der Neuzugang am Hans-im-Glück-Brunnen. Wo ehemals das spanische Salsa-Lokal Cortijo residierte, mischt sie ab November in Stuttgarts Kneipenviertel mit. Und in der neuen Szenekneipe gibt’s weder morgendlichen Hau-drauf-Techno noch nächtliches Einschlaf-Gesäusel zu hören, „vielmehr ist Trude ein Ort der Geselligkeit und musikalischen Vielfalt“, erzählt Lisa-Marie Gundling, die hinter dem Projekt steckt und zuvor schon der Kneipe Sakristei 1921 im Stuttgarter Süden zu jungem, frischem Glanz verholfen hat. Die „Sakre“ hat sie vor Kurzem in andere Hände gegeben, um sich mit ihrem Team voll und ganz auf das neue und viel größere Baby in Mitte zu konzentrieren.

Als lässiger, unprätentiöser Ausgehspot reiht sich die Neue einerseits nahtlos in die Szeneläden der Stadtmitte ein, möchte mit ihrem Kulturprogramm aber auch neue Wege gehen. Entstehen soll hier „kein Club, sondern eine Kneipe“, betont die Betreiberin. Die Idee? Der Laden soll MusikerInnen, Poetry-Slammern und ZauberkünstlerInnen, die Bock haben, zu performen und sich auszuprobieren, eine Bühne bieten. An den Wochenenden gibt’s zu später Stunde dann auch mal das ein oder andere DJ-Set auf die Ohren. Musikrichtung? Querbeet.

Damit wird Trude vor allem eines sein: bunt. Passend dazu gestaltet der Stuttgarter Künstler Daniel Geiger, der unter anderem schon dem Eiscafé Adria seinen Stempel aufgedrückt hatte, die Wände im Inneren. An den spanischen Vorgänger erinnert nur noch die große hölzerne Bar im Zentrum des Lokals. Von der aus hat man einerseits einen perfekten Blick auf die neue Bühne im Hauptraum, um die sich Tische und Stühle positionieren, andererseits auch in die hintere Area, wo’s einen Tischkicker-Bereich gibt.

Im Gegensatz zu Interieur und Konzept wird man die Getränkeauswahl basic halten. Geplant ist „eine Getränkekarte, die im Grunde einfach ist, aber ein paar Specials beinhaltet“, erklärt die Betreiberin. Sprich: Neben Kneipengold wie Bier und Mexikaner, wird die Karte mit einer Handvoll Longdrinks und Cocktail-Eigenkreationen aufgemotzt. Daneben stellt ein kleines, aber feines Angebot aus der Küche die nötige festen Grundlage und nächtliche Zwischenmampfer sicher. Zur Auswahl stehen Taco-Variationen alla Sakristei und verschiedene Falafeln.

Als Special-Service des Hauses wird es zusätzlich einen Kiosk-Verkauf an der Seite des Lokals geben. Damit können sich auch alle NachtschwärmerInnen vor dem Haus noch zu später Stunde mit den Essentials für den Abend versorgen: Neben Food to-Go werden dort auch Tabak und Süßis verkauft.

Ab Anfang November stehen die Türen der Kneipe täglich offen, die konkreten Öffnungszeiten werden auf der Insta-Seite bekanntgegeben. Jetzt bleibt nur noch eine Frage offen: Warum Trude? Dahinter verbirgt sich die Abkürzung von Edeltrud, dem vierten Vornamen der Betreiberin. „Aber Trude reicht”, betont Lisa-Marie Gundling lachend, „so edel wird's schließlich nicht.“

Nedira Böhler

Dieser Artikel ist aus LIFT 11/22

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