Sinkende Mitgliederzahlen, fehlendes pastorales Personal, weniger Kirchensteuereinnahmen. Der Kirche ging es schonmal besser. Woran das liegt? Das lässt sich nicht so einfach fassen. Zum einen scheinen vor allem junge Menschen die Zugehörigkeit zu einer Kirche nicht mehr als gegeben anzusehen – und auch die Ersparnis durch den Wegfall der Kirchensteuer ist ein Argument für den Austritt. Skandale um veruntreute Gelder und Missbrauchsfälle tun ihr Übriges. In Marketingkreisen würde man sagen: Die Kirche hat ein Imageproblem.
Und das weiß sie auch. Der Vatikan rief 2021 einen weltweiten synodalen Prozess, also eine Neuausrichtung der Katholischen Kirche, ins Leben. Die Evangelische Kirche Deutschland will mit Projekten wie „Fresh X“ junge Menschen erreichen. Aber auch in Stuttgart und der Region wissen evangelische wie katholische Kirchengemeinden: Es muss sich etwas ändern. Wir haben drei Menschen aus Stuttgart getroffen, die Kirche wirklich anders denken.
Die Kirche als Heimat?
Kirche anders zu denken, ist für Pfarrer Ralf Vogel, hier mit Cem Özdemir (Bild o.), nichts Neues. „Mir war von Anfang an klar: wir müssen werben. "

