LIFT Wie habt ihr euch als Band gefunden?
Johannes Eisner Ich hab als Kind mit dem Gitarrespielen angefangen und dann während meiner Gymnasialzeit – damals noch zu Facebook-Zeiten – einen Post gemacht: „Hey, gibt es eigentlich jemanden, der eine Band hat?“ Daraufhin hat sich Gotti, also Johannes Gottwald, unser Pianist und Keyboarder, gemeldet. Nach und nach haben wir dann angefangen, die Band aufzubauen.
LIFT Wie kam es zur ersten Single-Veröffentlichung?
Eisner Wir waren eine Schüler-Coverband und haben nur für die Familie gespielt – mehr schlecht als recht (lacht). Bevor wir zum Studieren gegangen sind, und sich die Band vermutlich aufgelöst hätte, wollte ich noch einmal etwas Cooles machen. Also hab ich den Song „Nie allein“ geschrieben und veröffentlicht. Dann kam auf einmal eins zum anderen und viele schöne Dinge sind passiert. Und jetzt, sechs Jahre später, stehen wir hier.
LIFT Wie entstand euer aktuelles, drittes Album?
Eisner Wir machen Musik heute eigentlich so, wie viele Bands das machen. Die Zeiten, in denen man jahrelang im Studio an einer Konzeptplatte arbeitet, sind ein bisschen vorbei. 2024 hatten wir ein sehr intensives Live-Jahr. Dabei haben wir teils alte Demos ausgegraben und teils neue Songs geschrieben. Schritt für Schritt ist so das Album entstanden.
LIFT Was war die Idee hinter dem Titel „Wir”?
Eisner Wir haben gemerkt, wie schön es ist, als ehemalige Schülerband mit unserer Musik Menschen zu verbinden und emotionale Verknüpfungen zu schaffen. Dieses Wir-Gefühl ist eigentlich schon eine Geschichte für sich – und verdient eine Platte, die das auf den Punkt bringt. Wir wollten kleine, kostenlose Konzerte spielen und Songs machen, die für die ganze Kaffkiez-Crowd da sind. Außerdem fanden wir die Idee cool, ein Fan-Duett im Studio aufzunehmen. Vieles ist dabei ganz intuitiv passiert und hat am Ende zum Albumtitel „Wir“ geführt.
LIFT Es gab ja auch einen Film zum Album …
Eisner Genau. Wir wollten den Fans einen direkten Blick hinter die Kulissen geben: Wie entsteht so eine Platte? Wie proben wir? Wie ist die Stimmung im Bandraum? Also haben wir eineinhalb Jahre lang mitgefilmt und in vielen Nachtschichten am PC selbst einen Kinofilm daraus geschnitten.
LIFT Und wie war die Resonanz darauf?
Eisner Super. Es war schön, zu sehen, wie begeistert die Leute waren – und wie überrascht, als sie gemerkt haben, wie viel Arbeit hinter so einer Platte steckt. Und dann noch Mini-Konzerte in einem Kinosaal zu spielen – das war schon etwas Besonderes.
LIFT Was macht eure Musik aus?
Eisner Wir haben viel Rock und Metal gehört, spielen also sehr energetische, live-orientierte Musik. Wir waren viel auf Festivals und Konzerten unterwegs und sind irgendwann beim deutschen Indie gelandet. Unser Sound ist eher ungeschliffen: Indie zum Anfassen, nahbar, aber auch chaotisch. Wir sind der etwas zu laute Kumpel, der in der Bar rumschreit (lacht).
LIFT Gefällt euch diese Rolle?
Eisner Total. Für uns ist das eine schöne Nische. Wir wollen einfach gute Live-Musik machen, bei der Leute mitfühlen können – und die man auch nach zwei Dosen Bier feiern kann, nicht nur nach einem Glas Rotwein.
Kaffkiez [9.4. 20 Uhr, Liederhalle, Berliner Platz 1-3, S-Mitte, www.chimperator-live.de]

