Seit Jahrzehnten spaziert er durch die Stadt, gräbt dabei verborgene Geschichten Stuttgarts aus und veröffentlicht seine Beobachtungen als Kolumnen. Joe Bauers neues Buch „Einstein am Stuttgartstrand“ ist eine Sammlung von Texten aus den vergangenen viereinhalb Jahren. Im Interview sprechen wir über Stuttgart, das Spazierengehen und die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.
LIFT Wie kam es zur Idee, über Spaziergänge zu schreiben?
Bauer Das Spazierengehen als Metier war eher ein Zufall, ich hab sozusagen aus der Not eine Tugend gemacht. Zuvor hatte ich lange als Kulturredakteur gearbeitet, irgendwann gab es im Ressort Veränderungen, mit denen ich Schwierigkeiten hatte. So war ich auf einmal hauptberuflicher Kolumnist und Spaziergänger. Was in den Kolumnen stehen sollte, hat mir niemand genau gesagt. Irgendwas mit Stadt. Also dachte ich: Eine Stadt lernst du nur kennen, wenn du sie zu Fuß erforscht.
LIFT Also war das Gehen Mittel zum Zweck?

