Grün und nah – In Stuttgart und der Region gibt es tolle Kleinode zu entdecken

Ausflugsziele und Wanderwege in und um Stuttgart

Text: Tanja Kuzmenko, Foto: Patrick Schneider/Unsplash

Gerade in Zeiten eingeschränkter Freizeitmöglichkeiten sollten wir uns besonders glücklich schätzen, dass Stuttgart mit seinen 600 Hektar großen Grünflächen den Stadtbewohnern so viele Möglichkeiten zur Naherholung bietet. Wenn am Bärensee mal wieder zu viel los ist und die Abstandsregel auf der Karlshöhe schon gar nicht einzuhalten sind, empfehlen wir die folgenden, selten überlaufenen Ausflugsziele und Wanderwege in und um Stuttgart. 

 

Im Osten der Stadt lässt sich das Gebiet rund um den Frauenkopf „zwischen Wald und Reben“ für Wander-Freunde erkunden. Von der U-Bahnhaltestelle Stelle gelangt man zur sagenumwobenen Falschen Klinge und den Tiefenbachsee im Buchwald. Etwas hinter dem Fernmeldeturm befindet sich die mystische Dürrbachklinge. Hier findet sich leicht ein ruhiges Plätzchen, um dem Gezwitscher der Vögel zu lauschen. Hat man noch genug Power, lohnt sich der Weg zur Aussichtslage Schillerlinde. Von hier hat man einen tollen Ausblick über Wangen und den Neckar hinaus.

 

Sehenswert ist die einzigste Burgruine in Stuttgart mit hochragenden Mauerresten: Auf der Anlage der Burgruine Hofen in Mühlhausen kann man sich herrlich im Grünen und direkt am Wasser aufhalten. Die Burg liegt auf einem 4-Burgen-Rundwanderweg, der an der Haltestelle Max-Eyth-See beginnt und zunächst am Seeufer entlang führt. 

 

Auch Wasserfälle können wir: Unweit des stillgelegten Haltepunktes Wildpark plätschern nämlich die Heslacher Wasserfälle – weniger beeindruckend als die Niagara Falls aber dennoch eine Bereicherung der Natur unweit der Stadt. Wer möchte, kann sich weiter zum Pfaffensee am Rotwildpark bewegen, wo weitere schöne Aufenthaltsorte wie die Halbinsel zu entdecken gibt.

 

Eine halbe Stunde braucht man mit dem Fahrrad vom Hauptbahnhof zum Greutterwald, der hinter Feuerbach liegt. Das weitflächige Naturschutzgebiet beheimatet Streuobstwiesen und den einzigen natürlich See der Stadt, den Tachensee. Durch die Größe des Waldes und dessen gut begehbaren Wege lässt sich das Gebiet besonders gut mit dem Rad erkunden. Am besten startet man am Feuerbacher Höhenweg, den Lemberg entlang, bevor man sich in die Tiefen des Waldes begibt. Oder aber man folgt dem Weilimdorfer Lindentalbach ganz in der Nähe in Weilimdorf bis zum Schloss Solitude und erkundet den Glemswald.

 

Wer weiter aus der Stadt raus möchte, kann eine Wanderung von Untertürkheim zur Esslinger Burg unternehmen. Unterwegs kommt man an der Aussichtsplattform Katharinenlinde vorbei. Auch wenn diese momentan geschlossen hat, bieten sich um die Plattform Sitzmöglichkeiten und eine fast genauso tolle Aussicht auch Esslingen und das Neckartal an. Die Gaststätte versorgt einen mit kleinen Snacks zum Mitnehmen.

 

Die Streuobstwiese Kressart am Sonnenberg ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Dornhalde-Haldenwald mit einer Größe von 70 Hektar. Besonders interessant wird der Ausflug dank der 14 Stationen des Streuobstwiesenlehrpfads im „Kressart“. Das Idyll erreicht man von der Haltestelle Sonnenberg. Ein Fußpfad zwischen den Straße Im Betzengaiern und dem Feuerreiterweg führt zur Wiese.

 

Der sieben Kilometer lange Naturfreunde-Weg wurde vor zehn Jahren eingeweiht und ist eine Ergänzung des Blaustrümpflerwegs – zwei wahre Wanderattraktionen in Stuttgart-Süd. Der sogenannte Rote-Socken-Weg startet am Marienplatz, führt durch den Wernhaldenpark zum Santiago-de-Chile-Platz auf dem Haigst (an dem der Blaustrümpflerweg beginnt), am ehemaligen Garnisonschützenhaus auf der Dornhalde vorbei und weiter zur Schillereiche, wo die erste Lesung aus „Die Räuber“ stattfand. Über den Weißenburgpark geht es dann wieder zum Marienplatz runter. Auf dem Weg sind weitere Routen in Richtung Degerloch gekennzeichnet. 

 

Ein Klassiker ist und bleibt das Siebenmühlental, das weitläufig genug ist, um mit ausreichend Abstand durchwandert zu werden. Der Naturpark in Schönbuch zählt zu den beliebtesten in der Region – dabei lohnt es sich, vom vor allem von Sportlern beliebten geteerten Bundeswanderweg abzukommen, für eine Extraladung Ruhe von all dem Trubel. Mittlerweile befinden sich 12 Mühlen im Tal, in fünf von ihnen kann man sich Verstärkung besorgen.

 

Im Weidach- und Zettachwald zwischen Möhringen und Plieningen finden Naturfreunde nicht nur viele grüne Flächen zum Entspannen und idyllische Wege zum Biken und Spazieren, man teilt sich diese Landschaft auch mit einer Vielfalt an Tieren. Das Naturschutzgebiet beheimatet über 70 Brutvogelarten und einen Pferdehof, in der Körsch finden Bachforellen ein Zuhause. Auf dem Gebiet wächst außerdem der seltene Blaustern. Als Startpunkt oder Ziel der Wanderung eignet sich die Haltestelle Fasanenhof Schelmenwasen.

 

Ein echter Allrounder: Im Naturpark Schönbuch erstrecken sich auf insgesamt über 560 Kilometer markierte Wander- und Radwege sowie einige Lehrpfade. Auch Weinberge, ein Rotwildgehege sowie das Kloster Bebenhausen befinden sich im ältesten Naturpark Baden-Württembergs. Hier wechseln sich dichte Wälder und malerische Wiesen ab, die von Bächen durchquert werden. Die Lehrpfade können mit einer geschichtlichen oder geologischen Ausrichtung sowie als Naturpfad erkundet werden.

 

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