Ein verwinkeltes Häuschen in einer Gasse in Stuttgart-Heslach. Man könnte beim Vorbeigehen glatt übersehen, was für ein besonderer Ort sich hier verbirgt: das Theater am Faden. 1972 gründete Helga Brehme (Bild) die Marionettenbühne. „Damals gab es noch nicht so viele Theater in Stuttgart“, erzählt die heute 86-Jährige.
Das Haus ist bis zur Decke mit faszinierenden Figuren geschmückt. „Mein Mann hat es damals zusammen mit Helfern vom Wohnhaus zum Theater umgebaut.“ Der heutige Theatersaal mit hoher Empore und bunt zusammengewürfelten Stühlen war früher eine Garage mit Zwischendecke. Ein knapp 1,60 Meter hoher, runder „Geheimgang“ führt in ein magisches Hinterzimmer. Hier dürfen sich die ZuschauerInnen vor den Vorstellungen verkleiden. „Die Idee kam uns bei einer Aufführung von Wertep, einem altrussischen Weihnachtsspiel“, erzählt Brehme. „Wir hatten mit den Kindern eine Laternenführung gemacht und uns dafür verkleidet. Also beschlossen wir, das öfter zu machen.“ Heute ist es Tradition und die Kleinen wie die Großen dürfen sich hier in Schale werfen. Dabei geht es international zu: Vor allem traditionelle indische und indonesische Kleidung und Accessoires findet man hier. Diese Weltverbundenheit spiegelt sich auch auf dem Spielplan wider: „Jolanta“ auf Russisch, ein ostsibirisches Märchen und indische Musik.

