Auf diesen Burgen, Schlössern und Klöstern geht’s verwunschen in den Herbst

Burgherrin und Burgherr für einen Tag

Wenn die letzten warmen Sonnenstrahlen durchkommen und die Blätter gelb und rot glühen lassen, sollte man die Chance ergreifen und nochmals einen Ausflug in die Natur machen. Wir haben die schönsten Burgen, Schlösser und Kloster für einen Herbstausflug zusammengestellt.

Foto: Amy Humphries/Unsplash

Durch den Märchenwald in Hohenentringen

Die Blätter werden bunter und das Wetter milder – der Herbst kehrt ein und damit auch die verwunschene Stimmung. Und wo könnte man die Aussicht auf einen bunten Blätterwald mitten in der stillen Natur besser genießen als am Schloss Hohenentringen [www.hohenentringen.de]? Vom Wanderparkplatz Bogentor in Hagelloch [Entringer Str. 35, Tübingen] aus, geht’s auf einen Spaziergang über Wiesen und Wälder, vorbei an uralten Mammutbäumen, Pferdeweiden und Apfelbaumwiesen bis man schließlich die Schlossanlage erreicht. Am westlichen Schönbuchrand gelegen, bietet das über 900 Jahre alte Schloss eine atemberaubende Aussicht ins Gäu und das Ammertal. Zur Stärkung geht’s in das schlosseigene, gemütliche Lokal oder in den Biergarten mit Ausblick, wo es sich traditionell schwäbisch schmausen lässt.  

Foto: Erwin Reiter/Haslach

Herbstliche Frische in Sulz am Neckar

Kunst und Wasser gehen nicht zusammen? Von wegen: Von Stuttgart aus eine knappe Autostunde gen Westen und man gelangt in das kleine Dörfchen Glatt bei Sulz am Neckar. Dort ist ein echtes Highlight für Kunstinteressierte zu finden: Das Wasserschloss Glatt [Schloss 1, Sulz am Neckar-Glatt, www.schloss-glatt.de], eines der ältesten Renaissance-Schlösser Süddeutschlands, liegt direkt im Dorfkern und wird vom Fluss Glatt umschlossen.

In sich vereint das Schloss drei Museen: Im Adelsmuseum erfährt man Wissenswertes über das frühere Leben des Adels am oberen Neckar, im Bauernmuseum geht’s dem damaligen bäuerlichen Alltag auf den Grund. Wer lieber im Hier und Jetzt lebt, sollte einen Abstecher in die Galerie Glatt machen – dort wird regionale Kunst gezeigt.

Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg/Thomas Kiehl

Tierisches Treiben in Bebenhausen

Wer im Herbst gerne Waldspaziergänge macht und gleichzeitig altes Gemäuer mag, ist am Klosterschloss Bebenhausen [Im Schloss, Tübingen, www.kloster-bebenhausen.de] richtig. Das ehrwürdige Gemäuer in der kleinen Gemeinde Bebenhausen nahe Tübingen bietet nicht nur gotische Architektur, sondern auch Action und tierische Erlebnisse für Groß und Klein.

Einmal die malerische Klosteranlage besichtigt, lässt es sich auf einem der verschiedenen Rundwanderwege spazieren, die alle am Parkplatz Bebenhausen starten und ausgeschildert sind. So geht’s durch die verwunschene Waldlandschaft, wo man beispielsweise Wildschweine von Angesicht zu Angesicht treffen und unberührte Natur genießen kann. Und bei der Jägerführung „Königliche Jäger im Jagdschloss“ etwa, können sich kleine WaldläuferInnen an Pfeil und Bogen probieren.

Foto: Stadt Burladingen

Gruselstimmung im Zollernalbkreis

Schon wegen des mordscoolen Namens sollte man dem Killertal im östlichen Teil des Zollernalbkreises einen Besuch abstatten. An der B32 zwischen Hechingen und Burladigen gelegen, ist dort die Burgruine Hohenringingen [Kirchgasse 27, Burladingen] auf dem Nähberg zu finden, deren Besichtigung echte Gruselvibes verspricht.

Wer einen steilen Anstieg nicht scheut, besteigt den Turm der Ruine, in dessen Treppenhaus es stellenweise düster zugeht – eine Taschenlampe kann also nicht schaden. Abenteuerlich geht’s auch beim Abstieg zu: Über eine Holzbrücke erreicht man die Grillstelle der Burg –  bei gutem Wetter ein idealer Platz fürs Vesperpäuschen.

Foto: Burg Katzenstein

Mittelalterlicher Geist in Dischingen

Nur auf protzigen Festungen gibt es was zu entdecken? Weit gefehlt, wie eine kleine Burg bei Dischingen, nordöstlich von Giengen an der Brenz beweist. Die urig-mittelalterliche Burg Katzenstein [Oberer Weiler 1-3, Dischingen, www.burgkatzenstein.de], die sich über das gleichnamige Dorf Katzenstein erhebt, lässt BesucherInnen hautnah erleben, wie die Menschen des Mittelalters früher gelebt haben.

Kunstinteressierte staunen über die alten Fresken der Burgkapelle. Für den herbstlichen Gruselfaktor sorgen mittelalterliche Rüstungen, Waffen und Galgen. Und wer tatsächlich ins Mittelalter eintauchen will, kann an einem Rittermahl teilnehmen [9.10., 19 Uhr Uhr, Anm. auf www.burgkartenstein.de] oder bei der „Führung in Gewändern“ [11.10., 15 Uhr, Anm. auf www.burgkartenstein.de] spielerisch in die Rolle des Hofstaates schlüpfen.

Foto: Landratsamt Ostalbkreis/Christian Frumolt

Romantik auf der Ostalb

Weite Wiesen, steile Hänge und mittendrin die verlassene Burgruine Flochberg [Schwedenweg 19, Bopfingen]. Sind wir hier etwa in Schottland?! Nicht ganz, aber auch die Ostalb, genauer gesagt der Schlossberg bei Bopfingen, kommt nah dran.

Knappe zwei Stunden mit dem Auto oder der Regionalbahn von Stuttgart aus in Richtung Osten und schon ist man da: Die Burg, zu der es sich von unterhalb des Schlossbergs in wenigen Minuten aufsteigen lässt, lädt zu einem herbstlich-romantischen Ausflug ein und auch der Blick über die Stadt, die weiten Felder und den Ipfberg, steht dem in nichts nach: Unbedingt etwas Zeit mitbringen und den Sonnenuntergang abwarten.

Texte: Nina Scheffel

Dieser Artikel ist aus LIFT 10/20

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