Artbeat

Foto: Artbeat

Ein grauer Winterabend in Stuttgart. Draußen Nieselregen, drinnen Neonlicht – und plötzlich: Farbspritzer an den WĂ€nden, Lachen, Musik. Artbeat versteht sich als Ort, an dem nicht kĂŒnstlerische Perfektion zĂ€hlt, sondern Bewegung. Gestartet ist das Action-Painting-  Projekt Anfang Dezember 2025  als Pop-up am Olgaeck. „UrsprĂŒnglich war Artbeat nur bis Ende Februar geplant“, erzĂ€hlt Corinna Kalkbrenner, eine der GrĂŒnderInnen. Dann kamen die ersten GĂ€ste – und blieben. „Mit jedem Abend wurde uns klar, wie viel Freude dieser Ort macht.“ So wurde der Mietvertrag um ein ganzes Jahr verlĂ€ngert.

Hinter Artbeat stehen drei FreundInnen aus Stuttgart: Corinna Kalkbrenner, Steffi Weißund Julian Seifert – allesamt ohne klassische KĂŒnstlerInnenbiografie oder Atelierlaufbahn. „Wir kommen nicht aus der Kunstszene. Und genau das finden wir schön“, sagt Kalkbrenner. Die Idee war ebenso einfach wie ambitioniert: „Wir wollten Stuttgart ein bisschen bunter machen.“  Artbeat sollte Energie geben, Leichtigkeit bringen, Menschen verbinden: „Einen Raum schaffen, in dem man loslassen darf – ohne Leistungsdruck, ohne Erwartungen.“

Action Painting bedeutet hier nicht elitĂ€res KunstverstĂ€ndnis – sondern Schutzanzug, Acrylfarbe und Schwung. „Es ist ein bisschen wie Kindheit – nur mit Schutzanzug“, beschreibt Kalkbrenner  lachend. Pinsel, BĂ€lle, die in Farbe getaucht und auf die Leinwand geworfen werden, Wasserspritzpistolen – alles ist erlaubt. „Du darfst Dinge ausprobieren, die du zu Hause definitiv nicht machen wĂŒrdest“, so die junge Frau. Am Ende steht nicht nur ein Bild, sondern ein gemeinsamer Moment. „Jedes Mal, wenn du die Leinwand ansiehst, weißt du wieder, wie viel Spaß du hattest.“

Der Weg dahin war nicht ohne Zweifel, gibt Kalkbrenner zu:  „Ein Pop-up bringt immer Unsicherheit mit sich. Funktioniert das? Kommen genug Leute?“ RĂ€ume mussten umgebaut, Materialien getestet, AblĂ€ufe entwickelt werden. Und all das innerhalb relativ kurzer Zeit. „Die grĂ¶ĂŸte Herausforderung war vielleicht der Mut, einfach zu starten.“

Mut, der sich auszahlt. Viele BesucherInnen betrĂ€ten den Raum zunĂ€chst zögerlich: „Manche sagen: ,Ich bin eigentlich nicht kreativ‘ –  Eine Stunde spĂ€ter gehen sie strahlend hinaus. Diese VerĂ€nderung zu sehen, ist fĂŒr uns jedes Mal besonders.“ Kunst soll hier nichts Exklusives sein, betont sie. „Jeder kann mitmachen – mit oder ohne Vorerfahrung.“

NatĂŒrlich fĂ€llt beim Stichwort Action Painting der Name Jackson Pollock. Doch Artbeat geht es weniger um kunsthistorische Referenzen als um Haltung. „Der Prozess zĂ€hlt mehr als das perfekte Ergebnis.“ Farbe wird zur Bewegung, zur Spur eines Moments. Vielleicht ist es genau das, was diesen Ort so besonders macht: Kunst mit jedem Herzschlag. Auch ohne zu wissen, wer Jackson Pollock war.

FĂŒr die Zukunft haben die GrĂŒnderInnen viele Ideen: neue Techniken, spielerische Elemente, Angebote fĂŒr Gruppen und Firmen. Dennoch bleibt die Grundidee bestehen. „Unser Ziel ist es, Menschen ein besonderes Erlebnis zu schenken.“ Diejenigen, die noch zögern, ermutigt Kalkbrenner: „Kommt rein. Lasst eure Zweifel draußen. Die Bilder werden immer gut – weil sie eure Energie tragen.“          

Philipp Dunkel

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Adresse:Charlottenstr. 21B Stuttgart-Mittewww.artbeat.deÖffnungszeiten: Di–Fr 15–21, Sa+So 12–20 Uhr Anfahrt:

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