Startschuss in die neue Spielzeit

Neues und Bewährtes an den Staatstheatern Stuttgart

Stuttgarts Drei-Sparten-Haus startet in die neue Spielzeit. Seit einem Jahr sind Oper, Schauspiel und Ballett in der Hand neuer Intendanten, die frischen Wind sowie Zuschauer-Favoriten auf die Bühne bringen. Zur Eröffnung steigt das große Theaterfest.

Text: CS/RED, Illu: Valenty/Fotolia

Das bleibt: Widerspenstige Orangen

Ballettintendant Tamas Detrich schaffte es, das eh schon erfolgreiche Haus in neue Höhen zu tragen. Ein Erfolgsgarant bleibt eben auch die Nähe zum Vater der Kompanie: Mit dem Klassiker „Der Widerspenstigen Zähmung“ nach William Shakespeare zeigt Detrich das einzige John-Cranko-Stück der Spielzeit (ab 1.4.). Im Mai darf man sich auf das preisgekrönte „Der Tod in Venedig” freuen, choreografiert vom ehemaligen Hauschoreografen Demis Volpi (ab 9.5.).

Opernchef Viktor Schoner bringt die „Die Liebe zu den drei Orangen“ in einer Version von Axel Ranisch zurück ins Opernhaus (ab 7.11.): Die Geschichte um einen Prinzen, der nicht lachen kann und sich nach seiner Heilung in drei Orangen verliebt, interpretiert Ranisch als zeitgemäßes Märchen.

Auch einige Neuproduktionen der letzten Spielzeit wie die Wagner-Oper „Lohengrin” schafften es ins Repertoire (ab 12.1.).

Am Schauspiel bleibt unter anderem das vom Intendanten Burkhard C. Kosminski inszenierte Drama „Vögel“ dem Haus erhalten: Eine Familiensaga, die vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts spielt.

Das Highlight wird aber die Koproduktion „Die Sieben Todsünden” gewesen sein, auch Electroclash-Ikone Peaches beteiligte sich daran. Wer das Stück verpasst hat, bekommt ab dem 7. März eine zweite Chance.

Das kommt: Meisterhafte Krisen

„Das Häusle ist gebaut, nun heißt es schaffe!“ sagte Ballett-Legende John Cranko bei der Einweihung seiner Ballettschule 1971. Dessen Neu­bau eröffnet noch diesen Herbst. Vom Können der Schüler überzeugt man sich beim „Blick hinter die Kulissen” (8.+9.2., Kammertheater).

 Sechs viel­versprechende und gestandene Choreografen bringen die zeit­genössischen Ballettabende „Creations I-III“ (ab 30.11.) und „IV-VI“ (ab 22.2.) auf die Bühne. Auch auf die Meister Jiri Kylián („Höhepunkte” ab 29.5.) und Hans van Manen („Hans und Ludwig” ab 3.7.) darf man sich freuen.

Ein lebendiges Gegenwartstheater braucht laut Burkhard C. Kosminski zeitgenössische Autoren. In der Urauf­führung „Die Lage“ (ab 22.4.) widmet sich Regisseurin Tina Lanik dem Problem des heiß umkämpften Wohnraums.

Mit nicht weniger kritischem Stoff befasst sich die Uraufführung „Boris” (ab 2.2.) an der Oper und erinnert an Krisen der russischen Geschichte. In „Schuberts Winterreise“, eine Neuproduktion nach Hans Zender, zersplittert Regisseur Aernout Mik das Individuum. Mit dem zweiten Frühjahrsfestival „Futur II“ schließlich fragt die Oper „Wer wollen wir gewesen sein?“.

Theaterfest [22.9. ab 11 Uhr, Opernvorplatz, S-Mitte]

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