Der große LIFT-Check zur OB-Wahl

Hannes Rockenbauch im LIFT-Blitzinterview

Am 8. November ist OB-Wahl in Stuttgart, wir haben die KandidatInnen ins LIFT-Kreuzverhör genommen.

Das waren die Spielregeln: LIFT hat den sieben aussichtsreichsten KandidatInnen Veronika Kienzle, Martin Körner, Frank Nopper, Sebastian Reutter, Hannes Rockenbauch, Ralph Schertlen und Marian Schreier am Telefon dieselben Fragen gestellt – und alle mussten so spontan und knapp wie möglich antworten. Hier war Schlagfertigkeit gefragt. 

 

S21, Europaviertel oder Markus Weinzierl als VfB-Trainer – welche Katastrophe würden Sie in der Vergangenheit verhindern wollen, wenn Sie eine Zeitmaschine hätten?

Stuttgart 21.

 

Und was würden Sie in der Zukunft verhindern wollen: Die große Veronika-Kienzle-Eurythmie-Arena im ehemaligen Daimler-Werk, die Frank-Nopper-Stadtautobahn oder den VfB-Abstieg in die dritte Liga?

Die Frank-Nopper-Stadtautobahn.

 

Wofür bezahlen wir zu viel?

Für den öffentlichen Nahverkehr.

 

Im Juni 2030 feiert Ihr Vorgänger Fritz Kuhn ein großes Fest zum 75. Geburtstag. Wo wird das am ehesten stattfinden – open Air an der neuen Neckarpromenade, in der wiedereröffneten Villa Berg, im frischgebauten Konzerthaus oder ganz bescheiden im Biergarten an der ewigen S21-Baustelle?

Ich hätte jetzt gesagt auf dem Fernsehturm, aber das steht nicht zur Option. Wenn es doch eine wäre, dann auf dem Fernsehturm – der hat dann ja geschlossen, deswegen kann Herr Kuhn da auch Geburtstag feiern.

 

Wie erklären Sie Ihren Kindern, dass eines den teuren Lego-Bausatz „Oper“ bekommt und das andere bloß eine neue Schachtel Buntstifte?

Bei mir gäbe es ja für beide Buntstifte und für beide „Oper“. Ich finde, zur Oper müssen alle gehen und Buntstifte müssen auch für alle da sein. Das eine ist Bildende Kunst, das andere Darstellende Kunst.

 

Was geht Ihnen schon lange auf den Zeiger?

Dass wir das Potential der Stuttgarterinnen und Stuttgarter für eine zukunftsfähige Stadt so vergeuden und ins Leere laufen lassen, statt aus Stuttgart eine moderne Stadt für Klimagerechtigkeit und das gute Leben aller zu machen.

 

Wenn Sie Ihren Job tauschen müssten: Lieber Buchhändler, Clubbesitzer oder Veranstaltungstechniker?

Buchhändler, dann wird mir nie langweilig.

 

Können Sie uns fünf Stuttgarterinnen in Führungspositionen nennen?

Wen ich richtig gut finde ist Frau Fezer, die Sozialbürgermeisterin für Kinder und Jugend. Sibel Yüksel ist auf jeden Fall noch eine geschätzte Kollegin als Fraktionsvorsitzende. Aber grade steh ich ein bisschen auf dem Schlauch – Frauen in Führungspositionen, da eier ich rum. Es gibt auf jeden Fall zu wenig davon.

 

Würden Sie Ihr Geld als Zukunftsinvestition eher in einen Parkplatz im Stuttgarter Westen, in einen Acker auf den Fildern oder in eine Tesla-Aktie stecken?

Ich würde dann sagen, unter OB-Rockenbauch wird das knappste Gut der Parkplatz, sprich wer davon noch einen hat, das könnte viel wert sein. Der Acker wird Acker bleiben, aber als Bauer ist das ne gute Investition und Tesla wird über kurz oder lang nicht die Lösung des Problems „Verkehr“ sein, deswegen ist die als Zukunftsinvestition nicht so geeignet. Aber wenn man einen der besten Parkplätze ergattert, kann man den ziemlich hochbietend weitervermieten. Aber nur wenn ich OB werde. Sonst haben wir viel zu viele von denen. Ich will die ja reduzieren, deshalb wäre das eine attraktive Anlage.

 

Würden Sie auch OB werden wollen, wenn Sie dafür zwar nicht mehr Geld verdienen, ihnen dafür aber ganz Stuttgart abends am Fenster applaudiert?

Ich brauche keinen Applaus. Ich mache Kommunalpolitik aus Überzeugung seit 16 Jahren und würde das als OB genauso weitermachen. Das Geld juckt mich da überhaupt nicht.

 

Sie leben mit allen OB-Kandidaten zusammen in einer WG. Wer macht den Abwasch und warum sollte es Frank Nopper sein?

Ich glaube, dass für den Herr Nopper so eine Tellerwäscherkarriere einfach sehr, sehr förderlich wäre, um in seinem Leben auch mal solche einfachen Jobs im Endeffekt mit der Hand, dem Arm zu erledigen.

 

Vervollständigen Sie bitte diesen Satz: Auf meinem Schild auf der Fridays-for-Future-Demo steht:

Jetzt handeln für Stuttgart, Klimagerechtigkeit bis 2029 nur mit Rockenbauch.

 

Wenn wir hier nicht über die OB-, sondern die US-Wahl sprächen: Welchen der anderen KandidatInnen würden Sie zu Ihrem Vize küren und warum?

Ganz klar, Veronika. Ich bin jemand, der zupackt und Veronika ist gut darin, das zu präsentieren.

 

Wie finden auch die Leute, die Sie bei der Wohnungssuche in Stuttgart ausgestochen haben bzw. ausstechen werden, eine ordentliche und bezahlbare Bude?

Nur wenn die Stadt Stuttgart selber in Zukunft genug Wohnraum in eigener städtischer Hand auf eigenen städtischen Flächen hat, können wir für alle bezahlbare Mieten garantieren.

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