Das ITFS geht mit vielfältigem Programm online

Internationales Trickfilmfestival Stuttgart

Internationales Trickfilmfestival Stuttgart: Filmausschnitt aus Strike. Es ist ein Maulwurf zu sehen, der vor einem Teller Würmer sitzt
Vom Maulwurf, der lieber Fußballer werden will

Keine große Leinwand auf dem Schlossplatz und keine Präsenzveranstaltungen in den Kinos: Das Internationale Trickfilm-Festival muss auch in diesem Jahr sein geplantes hybrides Konzept verwerfen und wird ausschließlich online stattfinden. „Der Vorteil zum letzten Jahr ist, dass wir die Online-Ausgabe schon einmal gelebt und daraus gelernt haben“, sagt Ulrich Wegenast, Geschäftsführer des Animationsfilmfestivals. „Im Live-Stream waren damals teilweise 10.000 ZuschauerInnen. Wir mussten viermal die Server-Kapazität erhöhen.“ Animationsfans aus der ganzen Welt hatten sich zugeschaltet.

An technischen Hürden soll es dieses Jahr nicht scheitern. „Die Streams werden professioneller und vielfältiger als im letzten Jahr“, sagt Wegenast. Fürs Herzstück des Festivals, die Kurz- und Langfilmwettbewerbe, haben die MacherInnen etwa 2.000 Einreichungen aus mehr als 80 Ländern erhalten – ein Rekord. Denn im Vergleich zur Live-Action-Filmbranche hat der Animationsfilm während der Pandemie einen Vorteil: Die Charaktere müssen sich nicht an Kontaktbeschränkungen halten. 

Das Programm ist in drei Teile eingeteilt: Ein kostenloser Live-Stream wird täglich von 14 bis 22 Uhr mit Kurzfilmen und Live-Interviews bespielt. Zusätzlich finden Familien, Kinder und Film-Interessierte ein kos­tenloses Programm auf der Webseite.

Wer tiefer in die Animationswelt eintauchen möchte, kann ein sogenanntes Online-Plus-Ticket kaufen. Mit den Zugangsdaten steht Animationsfans ein breites Filmangebot inklusive der aktuellen Wettbewerbsfilme als Video-on-Demand zur Verfügung. Hintergrundinfos und Statements von den FilmemacherInnen runden die Mediathek ab.

Alle, die selbst in der Branche tätig sind, finden darüber hinaus einen Online-Pro-Bereich, in dem sich renommierte Studios präsentieren und Live-Workshops stattfinden.

Und was gibt’s zu sehen? Mit dem Themenschwerpunkt „Creating Diversity“ rückt das Festival zum Beispiel die kulturelle, religiöse und sexuelle Vielfalt in den Mittelpunkt. Aus Portugal kommt etwa der eindrückliche Kurzfilm „All those Sensations in my Belly“, in dem die Transfrau Martia versucht, einen heterosexuellen Mann zu finden. Unterstützend zum Filmprogramm sind außerdem Drehbuchworkshops und Talks zum Thema geplant.

Für jüngere Animationsfans könnte dagegen die Deutschlandpremiere des britischen  Films „Strike“ ein Highlight sein. Der Maulwurf Mungo  soll in der Goldmine seines Vaters arbeiten, doch Mungo möchte lieber Profifußballer werden. Weitere Schwerpunkte liegen auf den Themen „Women in Animation“ und „Animation around Europe“.

Wer beim vielfältigen Programm nicht auf den Austausch mit anderen Interessierten verzichten will, kann sich während des Festivals auf dem eigens entworfenen VR Hub einloggen. Auf einem animierten Schlossplatz kann man mit der eigenen digitalen Figur mit anderen BesucherInnen in Kontakt treten. „Man kann sich einen bestehenden Avatar aussuchen oder im Do-it-yourself-Workshop einen eigenen gestalten“, erklärt Nora Hieronymus vom ITFS-Team. Animation kennt eben keine Grenzen. 

 

ITFS Live-Stream [4.-9.5. 14-22 Uhr, www.onlinefestival.itfs.de]

ITFS Mediathek [3.-16.5. www.itfs.de/tickets]

Die spannendsten Termine zum ITFS findet man im LIFT-Kalender.

Text: Isabel Mayer

Dieser Artikel ist aus LIFT 05/21

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