Die neue Calwer Passage

Text: Isabel Mayer, Foto: Ronny Schönebaum

Feinkost, Fashion und junge Kreative

Erst hieß es Winter, dann Frühling, jetzt Sommer. Die neue Calwer Passage hinter dem Rotebühlplatz lässt auf sich warten, doch langsam aber sicher tut sich was. Als Vorgeschmack auf das, was in der ehemals so beliebten Shopping-Meile noch kommt, hat vor Kurzem die Berliner Bäckerei Zeit für Brot eröffnet. Wer an der Baustelle vorbei auf den neu gestalteten Calwer Platz tritt, wird im Laden von frisch verlegtem Fischgrätenparkett, einer gläsernen Backstube und jeder Menge Backwaren empfangen.

Besonders beliebt sind die Schneckennudeln, die klassisch mit Apfel-Zimt oder mit Himbeeren und weißer Schoki gefüllt sind. Darüber hinaus gehen vorrangig Sauerteig- und Dinkel-Brote, belegte Stullen, Kaffeespezialitäten und Smoothies über die Theke. Wer mag und einen Platz bekommt, kann die auch an einem der wenigen kleinen Tische in der Bäckerei genießen.

Und ab wann ist die schicke Location nicht mehr von Baustellen-Lärm umgeben? „Wir sind mit Hochdruck an der Fertigstellung der Außenanlage“, sagt Frank Beling von der Ferdinand Piëch Holding, Bauherr der neuen Passage. Im Juli soll zumindest der Auf- und Abgang zur Stadtbahn-Haltestelle Stadtmitte wieder geöffnet werden. Dort geht dann Earth Tokyo Ramen, ein authentisches Res­taurant für die beliebten japanischen Nudelsuppen, an den Start.

Mit weiteren Eröffnungen müssen sich die StuttgarterInnen aber noch ein wenig gedulden. Der Calwer Platz ist zwar beinahe fertiggestellt, die meisten MieterInnen in den Passagen sind allerdings noch mit Ausbauarbeiten in ihren Shops beschäftigt. So etwa der Ableger von Feinkost Böhm, der neben einem Kernsortiment auch eine Tagesbar zum Schlemmen beherbergen wird.

Ins ehemalige Café Holzapfel zieht die niederländische Modemarke Yaya Fashion ein und bietet ab dem Sommer nordische Mode und Deko an. Außerdem eröffnet das Stuttgarter Unternehmen Lenz und Leif mit Strickwaren aus Merinowolle, sowie der Shop To Je To, der Wein und Food mit Beauty vereint.

Eine offizielle Eröffnung der gesamten Calwer Passage soll’s erst geben, wenn die meisten Gastros und Shops eröffnet haben, sagt Frank Beling. Angepeilt wird ein Termin im Herbst, voraussichtlich im September.

Vorbeischauen kann dann ganz Stuttgart, denn das Konzept will niemanden ausschließen: „Wir wollen ein breites Publikum von jung bis alt, von StuttgarterInnen bis hin zu TouristInnen ansprechen“, sagt Beling. Wenn man da an Avocado-Burger für knapp 18 Euro und Leica-Kameras für mehrere Tausender in der Calwer Straße denkt, wirkt das doch recht hochpreisig. Beling verneint: „Ich denke, dass wir Konzepte haben, die viele begeis­-tern und die für viele erschwinglich sind.“

So sollen auch Fans der Temporary Concept Mall Fluxus angesprochen werden, die vorher in der Passage zuhause war. „Wir sind zwar ein bisschen erwachsener geworden aber junge kreative Köpfe sind nach wie vor am Start“, sagt Beling

Dieser Artikel ist aus LIFT 07/22

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