Die Stuttgarter Band BFAD

Text: Petra Xayaphoum, Foto: Ronny Schönebaum

Die Band glänzt mit ihrem Debüt-Album "Elephant"

Das Offensichtlichste zuerst: Wie spricht man den Bandnamen BFAD eigentlich aus? „B Fad“, antwortet Bastian Kilper (re.) in englischer Aussprache. Er ist der Drummer der neuen vierköpfigen Band aus Stuttgart, die gerade ihr erstes Album „Elephant“ released hat. „Es steht für ‘Being for Associative Democracy’“, erklärt er weiter. „Jeder von uns ist gleichberechtigt in der Band.“ Eine wichtige Regel, wenn sich – wie hier – eine Musikgruppe aus Künstlern formiert, die aus unterschiedlichen Projekten kommen und es gewohnt sind, die erste oder mittlere Geige zu spielen.

Basti Kilper dürfte einigen StuttgarterInnen vielleicht als Indie-Folk-Multiinstrumentalist Bas-tik oder Into-the-Frey-Drummer bekannt sein, François Saorine (li.) ist der Mann hinter dem BFAD-Bass und eine Hälfte des hiesigen Elektro-Duos Zeitverschiebung, Daniel Weiß (Mi. li.) keyboardert neben BFAD auch für Singer-Songwriter Pascal Blenke und Alex Beham (Mi. re.) ist – wie Saorine auch – Teil der Stuttgarter Pop-Rock-Band Tonic.

Wir treffen die jungen Musiker beim ersten und bisher einzigen Release-Konzert im Bix Jazzclub. Es ist ihr zweites Konzert in Stuttgarts heiligen Jazzhallen und gleichzeitig ihr zweites Konzert als BFAD überhaupt: „Wir haben zum ersten Mal im Oktober 2019, kurz nachdem wir uns gegründet haben, hier im Bix gespielt. Danach bin ich für ein Auslandsjahr nach Wien gegangen und als ich zurückkam war Corona“, stellt Alex Beham fest.

Die Pandemie war für die Jungs Bremse und Motor zugleich: „Plötzlich hatten wir genug Zeit und Langeweile, um uns neuen Songs und dem Album zu widmen.“ In der Zeit, in der sie sich nicht in Persona sehen oder gemeinsam proben konnten, schickten sie sich auf digitalem Wege Soundfiles hin und her.

Aber wie klingt überhaupt der Sound einer Band, deren musikalischer Background so vielfältig ist? Genau so abwechslungsreich wie man es sich vorstellt und überraschend jazzig. Nicht die Sorte Jazz, die Kopf und Ohr ganz für sich vereinnahmt, sondern die, die auch mal verzeiht, wenn man einen Augenblick nicht ganz so aufmerksam war. Elemente aus dem Elektronischen, Hip-Hop und der Pop-Musik sind unüberhörbar. Bei dem einen oder anderen Song des Albums hat sich die Inspiration auch mal in den Orient gewagt.

Als „cinematisch“, „bildreich“ und „das Kopfkino anregend“ beschreibt die Band ihren Sound selbst. „Ein Hybrid aus Jazz und Pop, aus Akustischem und Elektronischem.“ Der anfängliche Anspruch, eine klassische Jazzband sein zu wollen, hat sich innerhalb des Entstehungsprozesses der Platte gewandelt. „Das Album ist deutlich poppiger und elektronischer geworden als unsere ersten gemeinsamen Gehversuche“, stellen sie fest.

Den Mut, zu ihrem Stil zu stehen, sich zu erlauben, die Regeln des Jazz hier und da zu brechen „und auch mal kein Solo reinzupacken“, haben sie sich im letzten Jahr erarbeitet. „Das Schöne ist, dass unsere Musik, wie sie jetzt ist, auch HörerInnen abholt, die sonst nicht viel mit Jazz am Hut haben“, sagt Weiß. Sobald es die pandemische Lage erlaubt, werden weitere Release-Konzerte in und um Stuttgart folgen.

 

BFAD – Elephant [auf allen gängigen Musikplattformen und via www.linktr.ee/bfad_band, www.instagram.com/bfad_band]

 

Dieser Artikel ist aus LIFT 03/22

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