Sextoys im Wohnzimmerregal

Von wegen schmuddelig: So schön shoppt es sich in Stuttgart für den Höhepunkt

In der Pandemie werden nicht nur Wohnungen verschönert. Auch Sexspielzeuge boomen. Die großen Erotik-Versandhändler berichten von einem Plus von 300 Prozent. Sich selbst verwöhnen ist in – das hat man auch in Stuttgart längst gemerkt. Doch während die großen Versandhäuser häufig auf Quantität statt Qualität setzen, gibt’s im Kessel zwei erotische Shopping-Hotspots, die viel Wert auf hochwertige Materialien legen.

Die Manufaktur Schönrein etwa ist vor Kurzem an den Start gegangen und produziert im Atelier in den Wagenhallen aus hochwertigem Silikon und vegan. „Ob männlich, weiblich oder divers und wonach immer du dich fühlst – wir und unsere Vorlieben sind unterschiedlich und dem nehmen wir uns an“, sagt Gründer David Baur. Mit seinem kleinen Team entwirft er Dildos, Anal-Plugs und Vaginismus-Sets, die so stylisch aussehen, dass man sie auch im Wohnzimmer aufstellen könnte. „Mir wurde irgendwann klar, dass neben dem marktdominierenden rosa Chinaschrott Be-darf an nachhaltigen und ästhetischen Sextoys besteht. Ich will Qualität produzieren und dabei keine Kompromisse eingehen. Daher produzieren wir unsere Dildos und Plugs selbst, hier in Stuttgart, mit dem besten labormedizinischen Silikon der Welt“, erklärt der Gründer.

Noch mehr Erfahrung in Sachen Sextoys bringen die beiden Inhaberinnen der Erotik-Boutique Frau Blum mit, die seit 2014 im Stuttgarter Westen Produkte für Lust und Liebe verkaufen. Hier wird zwar nicht selbst gefertigt, trotzdem legt man im breiten Sortiment aus Spielzeug, Klamotten und Accessoires Wert auf Qualität. „Alle Produkte sind hochwertig und zertifiziert. Das ist sehr wichtig, denn nur wenige wissen, was in den Kunststoffen alles an schädlichen Stoffen verarbeitet wird“, erklärt Mascha Hülsewig, Mit-Inhaberin von Frau Blum. „Unseren Kindern möchten wir ja auch nur schadstofffreie Schnullis geben. Das sollten wir auch bei unseren Sextoys beherzigen.“
In der Boutique gibt es sogar Dildos in Form von unschuldigem Gemüse. Die Kundschaft legt Wert auf optisch ansprechende Sextoys, weiß Hülsewig: „Anfänglich kamen mehr Frauen zu uns. Vielleicht weil sie sich noch weniger als Männer in den gängigen Shops aufgehoben fühlten. Männer lassen sich währenddessen sehr gerne beraten, was Frauen gefällt und was sie mögen.“
Wie Frau Blum möchte auch Schönrein erotisches Shopping aus der Schmuddelecke holen. „Wir bieten immer wieder einen Tag der offenen Tür an und stehen Rede und Antwort zu unseren Produkten. Manche BesucherInnen sind zunächst zurückhaltend, realisieren dann aber schnell, dass sie hier ästhetische Designprodukte für das eigene Wohlbefinden vor sich haben. Das überzeugt“, so Baur. Außerdem können im Atelier Geburtstage oder Junggesellenabschiede gefeiert werden – mit Gourmet-Catering und gutem Wein.
Mit Veranstaltungen haben die Macherinnen von Frau Blum ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. „In unserer Liebesschule halten bekannte Referenten und Referentinnen Vorträge und geben Workshops – zum Beispiel über Intim-Massagen und Slow Sex“, sagt Alexandra Steinmann, Co-Inhaberin von Frau Blum. „Wir merken, dass sich das Thema Sexualität gesellschaftlich neu positioniert. Es ist präsenter und auch akzeptierter. Dennoch ist es schambehaftet.“ Deshalb möchten Hülsewig und Steinmann einen geschützten Raum bieten, in dem alle so fragen und sprechen können, wie sie sind.

Schönrein [Innerer Nordbahnhof 3, S-Nord, n. Vereinb., www.schoenrein.de]
Frau Blum [Reuchlinstr. 11, S-West, Mo-Fr 11-18, Sa 11-16 Uhr, www.shop.fraublum.de]

 

Dieser Artikel ist aus LIFT 02/22

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