Homoelektrik

Homoelektrik
Foto: Ronny Schönebaum
Partys
Freitag
02.11.2018 22:00 Uhr
Werkstatthaus, Café Arg
70186 Stuttgart-Ost
Gerokstr. 7
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„Der Osten kommt, der Osten kommt – das sagen wir seit zehn Jahren“, lacht Malte Reinisch (Bild). Seit drei Jahren leitet er das Café Arg im Werkstatthaus im Stuttgarter Osten, seit drei Jahren werkelt er am Innenraum. „Aber jetzt ist alles ready, jetzt können wir loslegen“, so der 35-Jährige, der bis Ende 2013 mit Dominik Raiser die Kneipe Ausschank Ost im Stöckach betrieben hatte.

Sein neues Baby ist nun das Café Arg, das sich jetzt als eigenständige Location vom Werkstatthaus emanzipiert. Das Café möchte jüngeres Publikum ansprechen und auch Gäste willkommen heißen, die nichts mit den im Haus stationierten Werkstätten zu tun haben.

Die Mittel dazu: eine neue Küche, neue Karte, neue Räumlichkeiten und ein regelmäßiges Party-Programm. Bisher hingen die Öffnungszeiten des Cafés mit denen des Werkstattraums zusammen, viel Party ging da also nicht. Ab jetzt wird zweimal im Monat gefeiert, die DJs und Live-Acts schafft Malte heran, die Kontakte hat er zum Teil noch aus seiner Ausschank-Ost-Zeit, wie den zum Stuttgarter DJ-Duo Housebois, die am 2. November zur „Homoelektrik“ im Rahmen der hauseigenen Partyreihe „Werkstatthouse“ einladen. Die zweite hauseigene Partyreihe „Bamboo“ steht ganz im Zeichen des Dancehall und Reggae, hat im Oktober Firecat Lioness zu Gast; zur dritten Partyreihe „Castle Bass Skull“ gibt sich die Dawn Family die Ehre und zollt den in Stuttgart noch unterrepräsentierten Genres UK-Bass und Grime Tribut.

Die Richtung im Café Arg ist klar: „Grime, Hip-Hop, Dancehall und House bestimmen das Programm“, sagt Malte. „Eben alles, wozu ich selbst das Warm-up machen kann“, fügt er grinsend hinzu. Früher hat man ihn nicht selten auf den „Stuttgart kaputtdubben“-Partys auflegen sehen, auch die Poster kamen oft aus seiner Feder.

Für die Café-Arg-Partys hat der studierte Grafiker Bierdeckel bestempelt, die etwas anderen Flyer liegen stapelweise am Tresen der Bar, die jetzt mit einer nigelnagelneuen Küche auftrumpft. Aus ihr kommen ab jetzt Salate, Focaccias, Snacks und wechselnde Tagesgerichte.

Man gibt sich Mühe, Laufkundschaft und Leute, die das Café noch nciht kennen, anzulocken – nicht ganz einfach bei einem Café, das, auf der Uhlandshöhe liegend, schnell übersehen wird. Aber auch nicht unmöglich – neben dem grünen Außenbereich punktet der Barraum mit einer Wahnsinnsaussicht über die Stadt.

In Zukunft werden die Partys aber nicht nur hier stattfinden, wo eine fette Disco-Kugel und ihre kleine Schwester grünes Licht an die Wände werfen: Der ehemalige Brennraum wurde aus dem Keller nach oben zur Keramikwerkstatt versetzt, das alte Puppentheater im Gewölbekeller wird aufgemöbelt, bekommt einen Bartresen, eine neue Lüftung wird installiert – das macht das Untergeschoss des Hauses nutzbar für Partys und Events jeglicher Art.

„Das klingt jetzt abgedroschen, aber ich wünsche mir, dass das hier ein lebendigerer Ort wird, der auch junges Publikum anzieht“, lautet Maltes Antwort auf die Frage, was die Zukunft fürs Café Arg bringen soll. Das sei auch das Ziel von Alexander Jöchl, der Anfang des Jahres die Leitung des Werkstatthauses übernommen hat. Vielleicht kommt der Osten ja jetzt wirklich.           

Werkstatthaus, Café Arg
Gerokstr. 7
70186 Stuttgart
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