Gegen den Strom

Kinoprogramm
Donnerstag
13.12.2018
Kinos in Stuttgart und Region

Fotografien von Ghandi und Mandela zieren ihre Wohnung: Halla ist Mitte vierzig und Chorleiterin mit dem Wunsch, ein Kind zu adoptieren. Sie lebt und kämpft für Gerechtigkeit und eine bessere Welt. Im Spielfilm des Isländers Benedikt Erlingsson sabotiert die Umweltaktivistin die Pläne der lokalen Aluminiumindustrie, indem sie die Stromzufuhr kappt.

Sie will so den Verkauf nach China unterbinden und damit eine profitorientierte Ausbeutung von Mutter Erde stoppen. Ganz klassisch geht sie dabei mit Pfeil und Bogen zu Werk. Das ist Pech für einen südamerikanischen Radtouristen, der wiederholt zur falschen Zeit am falschen Ort ist und für die Anschläge verantwortlich gemacht wird.

Noch ein Element durchzieht den vor einer beeindruckenden Landschaftskulisse spielenden Ökothriller: ein Live-Soundtrack. Bass - tuba, Akkordeon und Schlagzeug spielen live am Set und selbst im strömenden Regen. Die Musiker geben der Geschichte damit den Anschein eines Brecht’schen Schauspiels. Poesie, Irrwitz und vor allem Naturverbundenheit finden so auf wunderbare Weise zusammen. Immer wieder darf man darüber schmunzeln, wie isländische Eigenheiten mit schrägem und trockenem Humor karikiert werden.

[D/ISL 2018, R: Benedikt Erlingsson, mit: Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson, Start: 13.12.]

BEWERTUNG: ■ ■ ■ ■
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