Neues in der Breiten Straße

Neues in der Breiten Straße
Text: Julia Schenkenhofer, Fotos: Ronny Schönebaum
Neu
Feinkost & Genuss
Stuttgart-Mitte
Breite Str. 4
Stadtmitte

Wer über die Breite Straße in Stuttgart-Mitte spricht, muss oft erst erklären, wo sie ist. Das muss sich ändern finden Axel Aßfalg und Dietrich Knoll, die dem Sträßchen, das die Stuttgarter Hirsch- mit der Königstraße verbindet, seit Kurzem neuen Glanz verleihen: Aßfalg verkauft hier Wein vom Weingut Stuttgart. Fast zeitgleich eröffnet Knoll nebenan das Geschäft Kesselgut.

Im Kesselgut gibt es kleine, vorrangig regionale Labels aus allen Sparten – eines davon ist seine eigene Klamottenmarke Pulposphere. „Urbane Mode mit maritimen Einflüssen“, sagt der Designer. Doch in seinem neuen Laden verkauft er weit mehr als Mode. Auch Wohnaccessoires und Möbel von Stuttgarter Manufakturen wie Fernlicht oder Wandelwerk werden ausgestellt. Darüber hinaus gibt’s Spirituosen – zum Beispiel den neuen Gin „The Golden Rabbit“ von der Rösterei Kaffeerakete in Stuttgart-West. „Wir verkaufen  Sachen von kleinen Betrieben und haben dabei einen starken regionalen Einschlag“, sagt Knoll.

Der ist übrigens kein Neuling im Geschäft, bis vor Kurzem war er Teil des Kronprinz Pop-up in der Innenstadt, das vor einigen Monaten schließen musste. Viele regionale Labels die dort angeboten wurden, haben im Kesselgut ein neues Zuhause gefunden. „Ein Pop-up hat zwar Vorteile. Aber jetzt wollte ich eine langfristige Heimat.“

So sind sowohl Kesselgut, als auch die Vinothek nebenan, gekommen um zu bleiben. Um sich in der Breiten Straße zu verwurzeln, wollen die Macher beider Shops nicht nur auf den Verkauf setzen. So soll die Vinothek nach dem Lockdown dreimal die Woche abends zur Weinbar namens Schattenbruder werden. „Das soll die Stuttgarter Weinbarkultur auf ein neues Level heben“, erklärt Aßfalg. Denn: „Es wird viel getan, aber es muss noch viel passieren.“

Bis das coronabedingt möglich ist, verkauft er die guten Tropfen aus dem Kessel in coolem Ambiente mit handgemachten und upgecycelten Möbeln von den Schreinern der Stadt. Das Interieur passt zum Wein: „Regionaler trinken kann man nicht. Unsere Weinlagen sind mitten in der Stadt. Unser Hauswein zum Beispiel wächst an der Mönchshalde“, so Aßfalg. Dazu kommt die große Rebsorten-Vielfalt: „Wir versteifen uns nicht auf Riesling und Lemberger. Stattdessen ist für jeden was dabei“, erklärt der Weinkenner.

Bei Kesselgut ist bald ebenfalls mehr als nur shoppen angesagt. Am Tresen soll es Kaffee von der Kaffeerakete geben, sobald es die Pandemie zulässt. Knoll plant außerdem Events wie Gin-Tastings – klingt ganz nach Hotspot-Material.

Bis es soweit ist müssen sich die Kunden aber noch gedulden, denn beide Shops öffnen erst wieder, wenn der Lockdown vorüber ist. Knoll nutzt die Zeit für den letzten Feinschliff am neuen Laden. Die Weine vom Weingut Stuttgart können im Moment zwar bestellt werden, müssen aber an der Verkaufsstelle des Weinguts in Bad Cannstatt abgeholt werden.

 

Vinothek Weingut Stuttgart [Breite Str. 4, S-Mitte, nach dem Lockdown: Di+Mi 10–17, Do+Fr 10–18, Sa 12–16 Uhr, Tel. 0711/21 65 75 07, www.weingutstuttgart.de; Click & Collect: Sulzerrainstr. 24, S-Bad Cannstatt, Di+Mi 10-17 Uhr]

Kesselgut [Breite Str. 4, S-Mitte, nach dem Lockdown: Mo-Fr 12-19, Sa 10-19 Uhr, www.instagram.com/kesselgut]

Breite Str. 4
Stuttgart
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