Coco Malou

Fotos: Coco Malou
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Wäsche- & Bademode
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Was macht die umweltbewusste Frau von heute, wenn sie im Weltladen zwar tollen Kaffee findet, die Unterwäsche-Abteilung aber dürftig bis nicht-existent ist? Im Fall von Corinna Borucki lautet die Antwort: ein eigenes Lingerie-Label gründen.

Nachdem sich die Wahl-Stuttgarterin längere Zeit mit den Problemen der konventionellen Textilindustrie und den damit verbundenen Negativ-Folgen für Mensch und Um­welt auseinandergesetzt hat, beschließt sie ihren Konsum auf faire Mode umzustellen. Das einzige Problem dabei: „Ich fand einfach keine Unterwäsche, die schön aussieht und gleichzeitig nachhaltig und fair produziert ist“, erklärt die 31-Jährige.

Macht nichts, sie nahm die Sache selbst in die Hand und gründete 2018 ihr eigenes Dessous- Label „Coco Malou – Ethical Lingerie“. Neben dem Betrieb ihres Lifestyleblogs  „Kissen und Karma” und ihrem Marketing-Hauptjob, entwickelte Borucki zusammen mit einer Dessous-Designerin ihre erste eigene Kollektion, die es ab sofort im eigenen Online-Shop zu kaufen gibt.

Drei feminine BH-Modelle in den Größen 70A bis 80C, vier Höschen-Varianten und eine schwarze Spitzencamisole stehen den Kundinnen zur Wahl. „Wir arbeiten daran bald auch größere Cups anbieten zu können“, freut sich die Gründerin.

Besonders wichtig ist ihr dabei, dass die Textilien nicht nur sexy aussehen, sondern auch unter fairen Arbeitsbedingungen angefertigt worden sind. So kommt der seidenweiche Tencel-Stoff, aus dem ein Großteil der Coco-Malou-Produkte besteht, aus den Fasern nachhaltig geforsteter Bäume und wurde in Portugal produziert. „Tencel hat super Trageeigenschaften, da es Feuchtigkeit sogar besser aufnimmt als Baumwolle und auch sehr gut wieder abgibt“, erklärt Borucki. „Besonders für Unterwäsche eignet sich das Material optimal, da weniger Bakterien entstehen und unangenehmer Geruch vermieden wird.“

Bei der Produktion ihrer Wäscheteile hat sich die Unternehmerin für die Zusammenarbeit mit einer kleinen Näherei aus Lettland entschieden, die auf die Herstellung von Dessous spezialisiert ist. „Mir war es von Anfang an wichtig, alle Teile in der EU produzieren zu lassen. Hier sind die Unternehmen an das europäische Arbeitsrecht gebunden. Die Näherinnen in Lettland bekommen nicht nur einen Mindestlohn, sondern können durch ihren Job auch ihre Existenz sichern.“

Um die nötigen Mittel zur Finanzierung ihrer ersten Kollektion zu erhalten, startete die Quereinsteigerin eine erfolgreiche Crowd-Funding-Kampagne. 572 Unterstützer glaubten an ihre Idee von fair produzierter, schöner und veganer Unterwäsche und bestellten sich ihre BHs, Slips und Camisoles bereits vor dem offiziellen Launch des Labels. „Ich bin super happy, dass wir unser Funding-Ziel erreicht haben“, freut sich die Stuttgarterin, die ihre Wäscheprototypen nun in größeren Mengen produzieren lassen kann.

COCO MALOU [www.coco-malou.com]

 

Text: Sinja Stiefel

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