Atelier Creani

Atelier Creani
Text: Julia Mähl, Foto: Ralf Gekeler
Neu
Vintage & Secondhand
Online

Vintage-Herrenmode wird zum Eyecatcher

Um arbeiten zu können, muss Anica Klose erstmal eines: shoppen. Die gelernte Produktdesignerin ist dafür auf Flohmärkten und Vintage-Webseiten unterwegs – immer auf der Suche nach schönen, qualitativ hochwertigen Herrenblazern. Denn denen haucht sie mit ihrer eigenen Modemarke Atelier Creani neues Leben ein.

Aus den alten Stücken entstehen Oversize-Blazer, Anzüge und Zweiteiler für Frauen. Besonders Letztere sind echte Hingucker – und allesamt einzigartig. Den Vorgang dafür hat Klose perfektioniert: „Ich trenne die Blazer in der Mitte und schneidere sie dann so, dass sie femininer wirken“, erklärt sie. „Das untere Teil eines Blazers hat mich an einen Rock erinnert – was auch perfekt passt.“

Auf die Idee kam Klose, nachdem ihr Opa ihr all seine alten Anzüge vermacht hatte: „Er wusste, dass sie mir gefallen würden. Blazer waren schon immer meine Leidenschaft.“ Doch weil die Teile allesamt viel zu groß waren, musste sie sich etwas einfallen lassen. Da sie in ihrer Freizeit selbst gerne schneidert, zückte sie Schere und Nadel – und voilà: Die ersten Stücke ihres Labels waren geboren.

Inzwischen sind die Sakkos des Großvaters aufgebraucht. Beim Onlineshopping achtet sie nun darauf, dass die Fundstücke passend geschnitten sind: „Je größer der Blazer desto größer wird auch das Set – dementsprechend muss ich die Maße vorher kennen“, erklärt sie.  Doch Übung macht den Meister: Mittlerweile hat die Gründerin ein Händchen für die Auswahl entwickelt, aus denen Unikate mit dezenten Nadelstreifen oder in einfachen Pastellfarben entstehen. Ein Set liegt preislich bei etwa 220 Euro – je nachdem wie aufwändig der Schnitt ist.

Bisher nahm Klose ihre Bestellungen noch per Mail an. Ende Mai geht nun die eigene Webseite inklusive Shop online – ein großer Schritt, denn auf lange Sicht kann sich die frischgebackene Designerin vorstellen, ihre Marke zum Hauptberuf zu machen. „Ich wollte schon immer selbst etwas zu verwirklichen“, sagt sie. „Ich wollte ein Label auf die Beine stellen, mit allem Drum und Dran.“

Ganz ohne Hilfe geht es aber doch nicht: Mit an Bord ist unter anderem ihr Freund Mario Joos. Er kümmert sich um die Businessangelegenheiten, vor allem um die Finanzen. „Außerdem arbeite ich mit regionalen Schneiderinnen zusammen“, erzählt Klose. In Zukunft möchte sie nämlich nicht mehr selbst nähen, sondern Profis ranlassen.

Auch Nachhaltigkeit in Form von Upcycling spielt bei Atelier Creani eine große Rolle: „Die Blazer sind alle so schön und noch so gut in Schuss. Und sie lassen sich super verarbeiten, warum also etwas Neues herstellen? Ich möchte Frauen und Männer dafür begeistern und zeigen, dass sie Nachhaltigkeit sehen, spüren und tragen können.“

Am Ende ist es aber vor allem die eigene Begeisterung, die das Label von Anica Klose ausmacht: „Ich wollte schon als Kind Desig­nerin werden. Und heute trage ich meine Sachen und denke: das würde ich am liebsten alles selbst behalten!“

Anfragen an: hello@ateliercreani.de

Online
...