Kino | So 08.07. | Filmstart: 05.07.
Nach „The Artist“ kommt nun der nächste Stummfilm aus Frankreich. Keine Hommage an ganz alte Kinozeiten, vielmehr eine Verneigung vor Frankreichs findiger Komiker-Legende Jacques Tati. Hier schickt Pascal Rabaté ein Häufchen Helden zum Urlaub an die See. Gesprochen wird so gut wie nichts, dafür wild gestikuliert und pantomimisch die kleinen Episoden der Geschichte erzählt. Zum Figurenkabinett gehören unter anderem zwei trampende Punks, eine Familie mit pubertierenden Töchtern sowie ein Rentnerpaar. Nicht zu vergessen ein sexbesessener Herr oder jener Drachenläufer, den das luftige Objekt mitten ins Nudistengebiet verschlägt. Die diversen Szenen werden mehr oder weniger zusammenhangslos im Stil eines Comic-Strips aneinander geklebt. Wie im Kaleidoskop dreht sich der Schauplatz und neue Figuren fallen ins Bild. Das kann man ganz nett und einfallsreich finden - oder ziemlich einfältig und läppisch. So oder so zieht sich dieser Slapstick-Urlaub der Kindsköpfe auf Dauer beträchtlich in die Länge. Eine auf cool getrimmte Mätzchen-Revue mit kalkulierten Werbeästhetik-Einlagen ist eben auch mit nur 70 Minuten Länge nicht ganz so abendfüllend wie ein charmantes Meisterwerk mit Herz, das Tati vor 50 Jahren präsentierte.
x F 2011; R: Pascal Rabaté, mit: Jacques Gamblin, Maria de Medeiros, Francois Damiens





