Ausstellung | Di 19.06. | Kunsthalle | Tübingen
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Der Hutständer trägt ein durchsichtiges Bolerojäckchen, schenkelhohe Schnürstiefel und einen Stringtanga. Der Tisch einen Ganzkörper-Latexanzug, der Sessel Latex-Hotpants, dazu passende Stiefel mit High Heels. Als der Künstler Allen Jones Ende der 60er Jahre begann, weibliche Figuren mittels Stahl und Fiberglas zu Möbelstücken im Sadomaso-Stil zu formen, kritisierten vor allem Feministinnen, er würde die Frau zum Objekt degradieren.
„Es gibt zwei kritische Positionen. Eine besagt, er würde seine Kastrationsängste bearbeiten, indem er Frauen verdinglicht“, so Daniel J. Schreiber, Geschäftsführender Kurator der Kunsthalle Tübingen, die ab dem 16. Juni erstmals eine große Retrospektive des Briten zeigt. „Gemäß der zweiten Position übernimmt Jones die Funktion eines sozialen Barometers und zeigt das Gesellschaftsbild der Zeit auf.“ Neben Jones’ Objekten wird auch eine Chronologie seines malerischen Werks präsentiert.
Damit schließt Schreiber an die bisherigen Präsentationen der Pop Art an. „Jones’ 75. Geburtstag am 1. September ist zwar der Anlass der Ausstellung, Jones hat aber auch einen exklusiven Beitrag für die Kunstgeschichte geleistet, der die Geschlechterrollen hinterfragt. Das ist nach wie vor aktuell und birgt Sprengstoff. Die Frage ist doch, was Kunst kann und darf.“
x 16.6.-16.9., Di 10-19, Mi-So 10-18 Uhr

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