Kino | Fr 15.06. | Filmstart: 14.06.
Wer als Künstler andere für sich arbeiten lässt und sich darauf beschränken darf, Interviews zu geben, der hat es im Kunstbetrieb geschafft. Der chinesische Gegenwartskünstler und Regimekritiker Ai Weiwei ist so einer. Über sich selbst sagt er: „Ich sehe mich mehr als Schachspieler, der auf den nächsten Zug des Gegners wartet.“ Die amerikanische Dokumentarfilmerin Alison Klayman hat den in seiner Heimat unter Hausarrest stehenden Künstler drei Jahre lang begleitet. Die Kunst spielt in der Doku eher eine Nebenrolle. Vielmehr zeigt sie, wie Weiwei seine Bekanntheit einsetzt, um auf die Missstände in seiner Heimat hinzuweisen. Mit der Handykamera und dem Stinkefinger im Anschlag lassen sich hierbei Parallelen zu Michael Moore entdecken. Dabei steht stets die Frage im Raum, was passieren könnte, wenn den chinesischen Behörden irgendwann der Kragen platzt. Dass Weiwei im vergangenen Jahr 81 Tage ohne Anklage in Gefangenschaft gehalten wurde, zeigt in welcher Gefahr sich der Künstler befindet. Spannend daher, ihn hier als geistreichen und unerschrockenen Zeitgenossen kennenzulernen.
x USA 2012; R: Alison Klayman; mit Ai Weiwei
x LIFT-Urteil * * * * *

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