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OB Schuster will nicht mehr kandidieren. Für einen kurzen Moment steht die Welt still, gerührt trocknen wir unsere Tränen. Zum Abschied zeigen wir Impressionen seiner größten Triumphe und stellen zehn Kandidaten vor, die problemlos in Schusters riesige Fußstapfen treten können. Die ultimative Kandidatenliste.

Egal ob kinderfreundlichste Stadt der Welt, Integration oder dieses eine Bahnprojekt, Schuster hat es immer verstanden, nachzubohren und mit seiner fröhlichen Art jede Wurzelbehandlung für Stuttgart in einen Karneval der Kulturen umzuwidmen.

1.500 Jahre Regentschaft von Oberbürgermeister Schuster haben Stuttgart zu einem besseren Ort gemacht: „Ich freue mich über die Welle der Unterstützung, die ich von Bürgerinnen und Bürgern auf der Straße erfahren habe“, so Schuster in seiner Abschiedsrede.

Erster Bürgermeister Michi Föll würdigte Schusters Wirken: Bei seinem Amtsantritt 1996 habe die Stadt „tief in ihrer ersten großen Krise nach dem Krieg gesteckt.“ Beim eigenhändigen Wiederaufbau hat Schuster im Stile einer Trümmerfrau nie den Faden verloren.

Projekt saubere Innenstadt: Erst hat Schuster mit „Let’s putz“ jeden Gehsteig dieser Stadt gerockt. Als Stuttgart dann wegen S21 die Spaltung drohte, zeigte der gebürtige Ulmer Präsenz und befriedete den Kessel im Alleingang.

Der multitalentierte Modezar aus Maulbronn-Zaisersweiher stünde der hiesigen SPD als Kandidat gut zu Gesicht, bringt er den Sozen doch den dringend benöötigten Glamour bei. Dreht in einem pompöösen Wahlkampf mächtig auf und benennt Stuttgart in Stööttgart um. Als der bessere Wööwereit würde Glööckler jede Menge Sex nach Stööttgart bringen. Vermarktet die Stadt außerdem ganz geköönnt in seinem Shoppingkanal.

Tritt bei Unser Star für Baku als Stefan Raab-Nachfolger so präsidial auf („Gänsehaut war gestern“), dass das Fantastische Viertel auch sehr gut OB könnte. Vorteil: In seinem Beraterstab hätte man künftig mit Michi Beck einen fähigen Night life-Bürgermeister, mit And.Ypsilon einen starken Chef des Technikreferats und alle anderen Fragen der Verwaltung könnte Smudo dank seines geballten Sag-die-Wahrheit-Quiz-Wissens beantworten.

Völlig zu Unrecht ist der Ehrenpräsident des DFB etwas in Vergessenheit geraten, einen besseren Kandidaten haben die Republikaner nicht in petto. MV ist seit seiner Zeit als VfB-Präsident als Sparfuchs bekannt, als Kultusminister machte er sich einen Namen als Waldorfpädagoge. MV ist perspektivisch die beste Wahl für Stuttgart. Könnte mit seinem Netzwerk auch endlich die Olympischen Spiele nach Stuttgart holen.

Jung, diplomatisch und sympathisch: So stellt man sich einen Oberbürgermeister vor. Von vielen zu früh als Nischen-Kandidat abgehandelt, hätte MvH mit seiner ausgleichenden Art das Zeug dazu, die Stadt endgültig zu befrieden. Ist zwar im Umgang mit Medien eher zurückhaltend, Schuster könnte sich hier aber als Ziehvater versuchen. Mit der Partei Die Parkschützer im Rücken könnte MvH auch bundespolitisch reüssieren.

Die „schwäbisch-kroatische Allesesserin“ (StZ) würde noch mehr Glanz in die Stadt bringen. Die blonde Ex von Oli Pocher wäre intellektuell die stärkste Kandidatin. Könnte sogar Boris Becker über die Connection Sandy Meyer-Wölden nach Stuttgart holen und ihn zum neuen Sportbürgermeister machen. Vorteil für Ivancan, schließlich hat sich noch alles in Gold verwandelt, was das Bobbele nach seiner Karriere angefasst hat.

Hat alle OB-Attribute, die es braucht: Ist ganz nah dran an den Menschen, ist sich für kein Foto zu schade und bekommt auch vor 50.000 keinen wackeligen Krokodilsschwanz. Pfiffige Überleitung: Würde die Krokodilstränen, die wir wegen Schusters Rückzug verdrückt haben, mit seiner fröhlichen Art munter trocknen. Wie der glanzvolle Wolfgang Schuster ein absoluter Star der Massen mit Biss. Tierischer Kandidat für die Grünen.

Promi- und Migrationshintergrundbonus. Wäre nicht nur die erste Oberbürgermeisterin der Stadt, sondern auch das Stadtoberhaupt mit der schönsten Stimme. Könnte auch jede noch so dröge Rede im Finanzausschuss zu einem Nummer-1-Hit machen. Hat außerdem bei zahlreichen Features mit bösen HipHoppern bewiesen, dass sie sich in einer Männerwelt mit links und schöner Frisur durchsetzen kann.

Die Älteren erinnern sich vielleicht: Stand vor langer Zeit im Tor des VfB Stuttgart. Vorteil: Hat für alle Fälle immer einen Spickzettel im Schienbeinschoner und ist sogar mit Oliver Kahn fertig geworden, löst jeden Konflikt also im Vorbeifliegen. Apropos Flug: Bringt einen eigenen Diensthubschrauber mit, mit dem er sich zu den Gemeinderatssitzungen von seinem Erstwohnsitz am Starnberger See einfliegen lässt, spart dem Stadtsäckel also sogar Kosten.

Die Tigerin ist unser absoluter Top-Favorit auf das OB-Amt. Ist hart im Nehmen, hat sich von ganz unten hochgearbeitet und weiß, worauf es im Leben wirklich ankommt: auf die Beinarbeit. Tänzelt künftig durch das Rathaus, nicht nur, weil sie von Susanne Eisenmann eindrucksvoll beraten wird. Kritiker bittet die WBU- und WBF-Weltmeisterin künftig zum Zwei-von-vier-blaue Augen-Gespräch ins Rathaus. Das nennen wir sehr direkte Demokratie.

Nachtleben-König a.D. Machte Stuttgart mit seinem Club M1 kurz nach dem Krieg über die Stadtgrenzen hinaus cool. Verfügt als Hobby-Boxer über enorme Nehmerqualitäten. Mit ihm würde Stuttgart cooler klingen, mehr nach House als nach Weindorf. Weiterer Vorteil: Das OB-Briefpapier könnte zumindest punktuell recycelt werden, Finanzbürgermeister Föll müsste aus Wolfgang lediglich einen Bubbi machen.

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diese Woche ist keine leichte. Erst stellen wir fröhlichen Racker unseren nagelneuen Schräggastroführer für Stuttgart in einer woodstockartigen Lesung vor. Fast alle sind da, die Menge tobt, weswegen wir uns schon in den Vorruhestand verabschieden wollen – besser wird's nicht mehr...
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