Bison ohne Bier
Reefs | Tübingen | Europastr. 40 | Tel. 07071/979 80 07 | Di-Do 18-1, Fr+Sa 18-2, So+Feiertag 11-24 Uhr
Was haben Indianer und Tübinger gemeinsam? Sie stehen auf Bison-Fleisch. Die Tübinger aber erst seitdem es das Reefs gibt. Das hat nach sieben Monaten Umbau gegenüber der Paul-Horn Arena eröffnet. Und hier kann man sich trotz Designer Einrichtung und perfektem Licht-Design wohlfühlen. Wir starten mit Bison Carpaccio und Pinienkernpesto (€ 12,50). Das rosa Fleisch ist schon pur ein Genuss. Verfeinert mit Pinienkernen und Parmesan schmeckt es ganz ausgezeichnet. Vom Bison begeistert, ordern wir das gratinierte Rumpsteak mit Kartoffelgratin und Speckbohnen (€ 26,-): Auf den Punkt gebraten, gratiniert mit Cranberries – das perfekte Bison-Erlebnis! Dazu passt der samtige Malbec (€ 5,20), ein Highlight aus der Weinkarte. Die Begleitung entscheidet sich für Moose Joint, eine geschmorte Elchkeule an Orangenrotkohl und Knödeln (€ 19,50). Toll, lediglich die Knödel sind etwas zu fest. Dazu hätte ein kanadisches Bier perfekt gepasst. Sieben Sorten gibt’s auf der Karte, leider keines davon aus Kanada.
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Mit Ambiente, ohne Afrika
Esszimmer | S-Mitte | Eugenstr. 16 | Tel. 0711/51 88 90 51 | Mo-Fr ab 11 Uhr
Daniel Yaccob aus dem Ambiente Africa serviert seit kurzem internationale Mittagsküche im Esszimmer. Puristische Braun- und Weißtöne treffen in den Räumen des ehemaligen Bistros Marie Hélène auf detailverliebten Schnickschnack. Wir entscheiden uns für Hühnchenbrust mit Auberginen in grüner Kokos-Curry-Soße (€ 7,-) und Gemüse aus dem Wok (€ 6,-), beides auf Reis. Die Zutaten sind frisch und knackig, die Schärfe ist angenehm, aber nicht lasch und wird perfekt mit den anderen Aromen kombiniert. Sehr fein! Dass die versprochenen Cashewkerne im Wok-Gericht fehlten, vergessen wir ruckizucki bei der vom Chef spendierten Panna Cotta mit Karamelsoße und Kaffee (im Set € 5,70). Sündhaft cremig!
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Stadtteilkneipe mit Schuss
Fischlabor | S-West | Ludwigstr. 36 | Mo-Do 11:30-14:30 + 17-1, Fr 11:30-14:30 + 17-2, Sa 17-2, So 17-1 Uhr
Wir ankern in der ehemaligen Weinstube in S-West: Alles leicht plüschig, ohne ins Schwülstige abzudriften. Der Raucherbereich ist ebenfalls im Salonstil gehalten. Zum kalten Winterabend passt eine heiße Schokolade mit Cognac und ordentlich Sahne (€ 3,50). So aufgewärmt, schmecken ein Glas Chardonnay (€ 4,20) und die feine Karotten-Ingwer-Orangen-Suppe (€ 3,80) doppelt gut. Michael Hammelehle hat die „Stadtteilkneipe mit Hausmannskost" zusammen mit der Oblomow-Crew aufgezogen. Die Karte ist klein, aber ausreichend. Fünf weiße, fünf rote Weine, einige Biersorten und Snakebite. Ergänzt wird das Sortiment durch kleine Snacks im Schälchen (von Fischlis bis Schafskäse) oder echte Happen (Kässpätzle € 6,20). Die Qualität ist erstklassig. Die Tresen-Besatzung ist locker, ohne kumpelhaft aufdringlich zu sein und die Musik bewegt sich in angenehmer Lautstärke zwischen Blur und Pixies. Demnächst bekommt man hier auch mittags etwas Warmes vorgesetzt.
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Adolf und wir
Christa’s Pub | S-Feuerbach | Grazer Str. 27 | Tel. 0711/85 55 63
Der feuerbachunkundige Leser könnte bei regelmäßiger Lektüre dieses kleinen Stadtteil-Expeditionsprotokolls den Eindruck bekommen, Feuerbach sei ein garstiger und ganz und gar unwirtlicher Wohn- und Schlafplatz. Das ist natürlich totaler Käse. Ganz im Gegenteil, Feuerbach hat richtig tolle Ecken. Zum Beispiel die wunderbar bequeme Eckbank in Christa’s Pub. Steht gleich rechts, wenn man das schlauchartige Pub betritt. Wo die Eckbank politisch steht, ist schwer zu sagen. Der am häufigsten genannte Name bei unserem Besuch war jedenfalls Adolf. Dies waren jedoch überwiegend kritische Wortmeldungen, da sich besagter Adolf nur noch mit Mühe am Tresen halten konnte. Bemerkenswert sind in Christa’s Pub noch das außerordentlich gut gezapfte Pils und der „Kurze-Tag“. Der findet dort ausschließlich werktags und am Wochenende statt. Alle Kurzen gibt es dann für einen schlappen Euro. Wenn das mal kein Grund für einen Ausflug ist. Vielleicht steht Christa ja sinnbildlich für Feuerbach: eine starke, zu Unrecht verkannte Frau, das feminine Heslach des Stuttgarter Nordens. Feuerbach, wir lieben dich.